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15. April 2019

Präzisere Behandlung von Hautkrankheiten

 
Kiel (pag) – Im europäischen Forschungsprojekt BIOMAP wollen
Wissenschaftler Schuppenflechte und Neurodermitis besser verstehen, um Betroffene in Zukunft gezielter behandeln zu können. Dazu sollen Daten von über 50.000 Patienten analysiert werden.


Die Ausprägungen der Krankheitsbilder von Neurodermitis und Schuppenflechte unterscheiden sich zum Teil massiv, was etwa Ausbruch, Schweregrad, Fortschreiten und Ansprechen auf Behandlungen angeht. Darüber informiert das Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen Kiel. Die Erkrankungen seien eine große Belastung für Betroffene und Angehörige. Trotz enormer Fortschritte in der Erforschung ihrer Ursachen gebe es noch immer erhebliche Wissenslücken.

Um das zu ändern, haben sich Wissenschaftler aus dem Bereich Klinik und Grundlagenforschung im EU-geförderten Projekt BIOMAP „Biomarkers in Atopic Dermatitis and Psoriasis“ zusammengeschlossen. Mithilfe einer Untersuchung klinischer und molekularer Daten wollen die Forscher ein neues Modell zur Klassifikation von Neurodermitis und Schuppenflechte entwickeln, um jeden Patienten optimal und individualisiert behandeln zu können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die verschiedenen Ausprägungen der Krankheiten in Unterschieden auf molekularer Ebene widerspiegeln. Daher wollen sie Patientenuntergruppen identifizieren, die sich hinsichtlich der Krankheitsmechanismen, der Ausprägung der Krankheit und dem Ansprechen auf Therapien ähneln. Mit Hilfe von Markern in Blut und Haut sollen solche Patientengruppen identifizierbar werden, um die optimale Therapie auswählen und neue Therapieansätze entwickeln zu können.

„Ich hoffe, dass im Zuge des Projekts Neurodermitis und Schuppenflechte als eine Reihe von verschiedenen Erkrankungsuntertypen anerkannt werden, jede mit einer eigenen charakteristischen molekularen Signatur und nicht als bloß zwei Krankheiten,“ sagt der Koordinator von BIOMAP Prof. Stephan Weidinger. Durch die Integration von Patientenorganisationen werden auch die Meinungen, Nöte und Wünsche von Betroffenen in das Projekt einfließen. An der öffentlich-privaten Partnerschaft sind neben 26 Partnerinstitutionen aus dem akademischen Bereich auch fünf forschende Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und fünf Patientenorganisationen beteiligt.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Pflege – Roboter – Ethik. Ethische Herausforderungen in der Pflege", 26.06.2019 in Berlin
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Digitorial

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Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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