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Projekt will psychische Gesundheit von Schwangeren verbessern

Heidelberg (pag) – Depressive Störungen und Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, auch während einer Schwangerschaft. Das Projekt Mind:Pregnancy will deshalb die psychische Stabilität von werdenden Müttern und eine physiologische Geburt fördern.

Bis zu 20 Prozent der werdenden Mütter sind Studien zufolge von einer Depression und bis zu 25 Prozent von Ängsten betroffen, wie das Universitätsklinikum Heidelberg informiert. Das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses geförderte Projekt Mind:Pregnancy will Schwangere gezielt auf Störungen der Stimmungslage untersuchen lassen und damit eine Versorgungslücke schließen.
Unter Depressionen, Stress und Ängsten leide nicht nur die Schwangere, auch für Kind und Familie seien diese Erkrankungen eine große Belastung, sagt Dr. Stephanie Wallwiener, Projektleiterin und Privatdozentin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Durch die Maßnahme soll auch das Selbstvertrauen und die Lebensqualität Schwangerer gefördert werden, erklärt sie. Ein weiterer Grund für das Projekt: Die Zahl der Kaiserschnitte steige seit Jahren stetig an – In Baden-Württemberg werde inzwischen fast jedes dritte Kind auf diese Weise entbunden, obwohl der Eingriff für Mutter und Kind körperlich belastend sei. „Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die unter Stress, Angst oder Depressionen leiden, sich eher einen Kaiserschnitt wünschen, auch wenn dieser medizinisch nicht unbedingt notwendig wäre“, sagt Wallwiener. Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist daher, den Schwangeren die Ängste zu nehmen und mehr physiologische Geburten zu ermöglichen.
Studien haben gezeigt, dass sich psychische Probleme in der Schwangerschaft negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken können sowie mit kindlichen Verhaltensstörungen und ADHS in Verbindung stehen. Prof. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, ist überzeugt: „Sollten die Projekt-Daten diese Annahmen bestätigen, wäre eine Ausweitung des Screenings im Rahmen der Regelversorgung auf das gesamte Bundesgebiet sinnvoll.“