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Rheuma: Biosimilars erleichtern Zugang zu Biologika-Therapien

Berlin (pag) – Seit der Einführung von Biosimilars erhalten Rheumapatienten schneller Zugang zu einer Biologika-Therapie, das geht aus einer aktuellen Studie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) hervor. Allerdings: die Patienten scheinen noch nicht hundertprozentig überzeugt von den Nachahmerpräparaten.

Musste ein Rheumapatient bis 2015 noch durchschnittlich 7,4 Jahre auf eine biologische Arzneimitteltherapie warten, sind es jetzt nur noch 0,3 Jahre. Verantwortlich für den schnelleren Therapiezugang ist nach Ansicht der KVB die Einführung von drei Biosimilars: Infliximab (2015), Etanercept (2016) und Adalimumab (2018). Die Studie wurde im Auftrag von Pro Biosimilars erstellt, einer Arbeitsgemeinschaft der Biosimilar-Hersteller. Die Autoren haben untersucht, welche Arzneimittel bayerische Ärzte ihren Patienten im Zeitraum 2014 bis 2019 verschrieben haben.

Der Anteil der Rheumapatienten mit Arzneimitteltherapie ist demnach im Untersuchungszeitraum um etwa ein Viertel gestiegen. Die Zahl der Rheumapatienten, die mit einem biologischen Arzneimittel behandelt wurden, erhöhte sich laut Studie von 13,5 Prozent im Jahr 2014 auf 18,7 Prozent im Jahr 2019. Von diesen Patienten erhielt 2019 knapp die Hälfte eine Therapie mit einem Biosimilar.

Außerdem führte die KVB eine Befragung von 977 Rheumapatienten bei 25 rheumatologischen Praxen in Bayern durch. Hier zeigte sich bei der subjektiven Wahrnehmung ein Unterschied in der Behandlung mit dem Original- und Nachahmerprodukt. 79 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis, die mit einem Biosimilar behandelt wurden, sagten ihr Gesundheitszustand habe sich deutlich verbessert. Bei der Behandlung mit dem original Biologika waren es 88 Prozent. Laut der objektiven Gesundheitsparameter seien beide Therapieformen jedoch gleichauf.

In Zukunft sollen Apotheker bei der Medikamentenabgabe Biologika nach bestimmten Kriterien gegen Biosimilars austauschen können, ähnlich wie sie das heute schon mit Generika machen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet bis Sommer 2022 eine entsprechende Regelung.