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Schutzausrüstung nur für medizinisches Personal

Berlin (pag) – Der Kampf gegen das Coronavirus geht in die nächste Runde. Weil sich private Haushalte mit Schutzmasken bevorraten, droht Kliniken und Praxen ein Engpass. Der Krisenstab von Gesundheits- und Innenministerium initiiert jetzt Maßnahmen, um die Versorgung mit Schutzkleidung sicherzustellen.

Am 4. März 2020 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich zunächst mit den Spitzen des Gesundheitswesens getroffen, gefolgt von einem Treffen mit seinen Länderkolleginnen und -kollegen. Ziel der Gespräche war, den gemeinsamen Einsatz gegen die Ausbreitung des Coronavirus abzustimmen.

Die Bundesregierung verhängt einen vorübergehenden Exportstopp für Schutzausrüstung wie Handschuhe und Atemmasken. Das sei zwar „ein starker Eingriff“ in den Markt, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, „aber Sicherheit geht vor wirtschaftliche Interessen.“ Darüber hinaus will das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Schutzkleidung zentral beschaffen, parallel zu den bestehenden Beschaffungsstrukturen der Länder und Krankenhäuser. Die BMG-Mitarbeiter sollen dabei Unterstützung von Fachleuten aus dem Verteidigungsministerium erhalten. Die Materialien sollen anschließend an Praxen und Krankenhäuser verteilt werden.

In seiner Regierungserklärung erklärt der Minister am 4. März außerdem, der Höhepunkt der Ausbreitung des Virus sei noch nicht erreicht. Zugleich ruft Spahn zu Besonnenheit auf: „Die Folgen von Angst können schlimmer sein als die des Virus.“ Er warnt zudem vor Falschmeldungen und „windigen Geschäften“ mit Schutzmasken im Internet. Desinfektionsmittel und Schutzkleidung seien wichtig für das medizinische Personal, „alle anderen brauchen dies nicht.“ Spahn verweist stattdessen auf die Hinweise zum richtigen Händewaschen, Husten und Niesen: „Das ist nicht banal, das ist wichtig.“

Unterdessen hat das Robert Koch-Institut einen aktualisierten, an das neuartige Coronavirus angepassten Pandemieplan vorgelegt. Der bisherige war auf die Influenza ausgerichtet. Ergänzungen gibt es unter anderem im Bereich der Diagnostik. Maßnahmen wie in Italien, wo Schulen und Universitäten geschlossen bleiben, hält Spahn bislang nicht für angezeigt. Ob Veranstaltungen abgesagt oder Schulen geschlossen würden, entscheide nicht der Bund. „Die Behörden vor Ort wissen am besten, was zu tun ist.“

Alles Wissenswerte rund ums Thema Coronavirus hat die Charité hier zusammengetragen: https://www.charite.de/klinikum/themen_klinikum/faq_liste_zum_coronavirus/