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13. November 2018

Studie: Frauen mit Eierstockkrebs haben Versorgungsdefizit

 
In der Studie wurden 1531 Frauen mit Ovarialkarzinom aus insgesamt 44 Ländern befragt. 18 Prozent der Frauen hatten vor der Diagnose noch nie etwas von Eierstockkrebs gehört. Neun von zehn Befragten konnten von Symptomen vor der Diagnose berichten, unabhängig vom Stadium der Krankheit: die Umfangszunahme des Bauchs, permanentes Aufgeblähtsein oder Bauchschmerzen. Wenn solche Krankheitszeichen auftreten, sollte dies ein Warnsignal sein, sagte Studienleiterin Francis Reid.

Nur 63,3 Prozent der deutschen Patientinnen gingen beim Auftreten dieser Symptome direkt zum Arzt. Insgesamt dauerte es in Deutschland seit dem ersten Arztbesuch im Mittel 15,8 Wochen bis zur Diagnose – im internationalen Vergleich mit 21,3 Wochen erhielten deutsche Frauen ihre Diagnose besonders schnell. Professor Sven Mahner, Direktor der gynäkologischen Klinik Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität in München, kritisierte jedoch: Viele der Befragten hätten keinen Zugang zu spezialisierten Zentren und nur etwa 50 bis 60 Prozent der deutschen Frauen mit Eierstockkrebs würden in den zertifizierten und spezialisierten Krebszentren behandelt. Zudem waren vielen Befragten keine Studien angeboten worden.

Die World Ovarial Cancer Coalition (WOCC) und ein wissenschaftliches Beratergremium wollen das Wissen über die Krankheit verbessern: Dies sei besonders wichtig, da ein Teil der Frauen noch immer zu spät diagnostiziert werde und innerhalb weniger Wochen nach der Diagnose versterbe. Die WOCC fordert frühe Tests auf erbliche Faktoren und die Behandlung der Frauen in Spezialzentren.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Gesundheit und Krankheit im transkulturellen Kontext", am 18.12.2018 in Köln
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