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Studie: Wie gehen Rheuma-Patienten mit der Corona-Krise um?

Berlin (pag) – Wie Rheuma-Patienten mit der Information über ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19 umgehen und wie sich die aktuelle Situation auf die rheumatologische Versorgung sowie die Grunderkrankung auswirkt, möchte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) mit einer Patientenbefragung klären.

In meisten Fällen liege das Alter der Rheuma-Betroffenen zwischen 55 und 75 Jahren.

Noch lässt die derzeitige Datenlage keine gesicherten Schlüsse darüber zu, wie sich Rheuma auf den Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion auswirkt. Viele Patienten sind deshalb verunsichert. „Wir wissen aber, dass aktive entzündlich-rheumatische Erkrankungen das Immunsystem unterdrücken und so die Infektanfälligkeit steigern können“, sagt Prof. Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh. Bei der Befragung geht es um Themen wie Jobunsicherheit, veränderte Schlafqualität und sportliche Aktivitäten und wie diese die Versorgung und Krankheitsaktivität der Patienten beeinflussen. „Für uns ist es auch wichtig zu wissen, ob die Patienten nun etwa dazu tendieren, ihre Medikamente ohne ärztlichen Rat abzusetzen oder zu reduzieren“, sagt Prof. Christof Specker, DGRh-Vorstandsmitglied. Das sei auf keinen Fall ratsam. Auch warnt er davor, den Kontakt zum Rheumatologen und anderen Ärzten oder Therapeuten aus Angst vor einer Infektion abzubrechen – auch Art und Umfang der Arztkontakte werden daher abgefragt.

Die Umfrage spricht alle Menschen mit Rheuma an – unabhängig davon, ob sie an Covid-19 erkrankt sind oder waren. Wer sich als Teilnehmer registriert, wird gebeten, den digitalen Fragebogen über ein Jahr hinweg einmal monatlich auszufüllen. „Nur wenn möglichst viele Patienten Rückmeldung zu ihrer Situation geben, können wir grundlegende Probleme erkennen und Versorgungslücken schließen,“ betont Prof. Ulf Müller-Ladner, wissenschaftlicher Leiter der Initiative Patientenbefragung für den Vorstand der DGRh. Wer an der Patientenbefragung teilnehmen möchte, kann sich unter https://www.covid19-rheuma.de/patienten-information registrieren.

Die aktuelle Befragung ist eine Ergänzung zum Covid-19-Register, das die DGRh bereits vor einigen Wochen ins Leben gerufen hat. Darin dokumentieren Rheumatologen medizinische Informationen über ihre rheumatologischen Patienten, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben.