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Studie zeigt Rolle des Apothekers auf

Berlin (pag) – Beratung und Unterstützung durch den Apotheker können dem Patienten helfen, seine Medikamente regelmäßig einzunehmen – das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Gesundheit & Soziales (ifgs), Essen, im Auftrag des pflanzlichen Arzneimittel-Herstellers Dr. Willmar Schwabe und unter der Schirmherrschaft von Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

Rhetorische Interventionen durch den Apotheker können den Patienten motivieren, die Medikamenteneinnahme nicht zu früh abzubrechen und das Mittel präziser anzuwenden. Dies wurde innerhalb der verhaltensökonomischen ifgs-Studie „Verbesserung der Therapietreue in Apotheken“ getestet. 139 Apothekenkunden, die ein nicht-verschreibungspflichtiges Medikament erwarben, wurde zusätzlich durch den Apotheker ein Merkblatt ausgehändigt, auf dem die Patienten ihren Einnahmerhythmus selber aufschreiben sollten. Ergänzend wurde der Patient durch Worte zur regelmäßigen Einnahme seiner Medikamente motiviert.

Während die motivierende Ansprache zwar angenehm empfunden wurde, hatte sie jedoch keinen Einfluss auf die Therapietreue. Das eigenständige Aufschreiben auf dem Merkblatt steigerte jedoch die Regelmäßigkeit der Medikamenteneinnahme in signifikantem Maße: „Solche Zusammenhänge wurden bisher mehr vermutet als empirisch nachgewiesen“, sagt Studienleiter Prof. David Matusiewicz. Einfache Handlungsinterventionen, zusätzlich zur klassischen Informationsberatung, verbessern also die Medikamenteneinnahme.

Diese positiven Effekte, die der Apotheker herbeiführen könne, müssten von Politik und gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zur Kenntnis genommen werden, unterstreicht Becker, der eine Honorierung von Beratungsleistungen in Apotheken fordert. Allein in Deutschland – so Schätzungen – landen pro Jahr Arzneimittel im Wert von vier Milliarden Euro im Müll. Dr. Traugott Ullrich, Geschäftsführer Dr. Willmar Schwabe, betont, dass die Therapietreue sinkt, wenn die Kommunikation nicht stimmt. Klar sei, dass Patienten, die nicht verstanden hätten, wofür gesundes Verhalten und Medikamente gut sind, kaum eine aufwändige Therapie konsequent verfolgen würden.