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Infektionsraten steigen weiterhin stark an

Berlin (pag) – Im Jahr 2014 wurden mehr als 5.700 Syphilis-Fälle gemeldet, 14 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Damit setze sich der in Deutschland in den letzten Jahren beobachtete Anstieg gemeldeter Syphilis-Fälle unvermindert fort – eine Entwicklung, die auch aus zahlreichen anderen Ländern weltweit berichtet wird.

Der steigende Trend in Deutschland scheine sich ebenfalls in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 fortzusetzen, so das Institut in seinem Epidemiologischen Bulletin. Die Syphilis-Inzidenz habe im Jahr 2014 bei Männern bei 13,5 Fällen und bei Frauen bei 0,9 Fällen pro 100.000 Einwohnern gelegen. Der beobachtete Anstieg habe 2014 fast ausschließlich bei Männern und hier insbesondere in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, stattgefunden. Meldungen von Personen mit wahrscheinlich auf heterosexuellem Weg erworbenen Syphilis-Infektionen verblieben demgegenüber auf dem Niveau von 2013. Aufgrund des niedrigen Frauenanteils von rund 6 Prozent aller Infektionen liege das Hauptaugenmerk bei der epidemiologischen Analyse in Deutschland aktuell bei Männern und hier bei MSM. Trotzdem sei es auch für die Frauen erforderlich, ausreichende Aufmerksamkeit auf Prävention, Diagnostik und Behandlung zu legen, so die RKI-Experten. Gleiches gelte für von Männern auf heterosexuellem Weg erworbene Syphilis-Infektionen.

Weitere Informationen unter: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/49/Art_01.html