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Zustimmung der Ärzte sinkt

Berlin (pag) – Zum zweiten Mal sind die geleisteten Zahlungen der pharmazeutischen Industrie an Ärzte und andere Gesundheitsberufe publiziert worden. Nach der ersten Bekanntmachung im letzten Jahr und den sich anschließenden hitzigen Diskussionen in der Öffentlichkeit haben nur noch 25 Prozent der rund 70.000 Ärzte einer namentlichen Veröffentlichung zugestimmt. 2015 waren es noch über 33 Prozent.

Der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) und der Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) stellen die Ergebnisse gemeinsam vor.
Etwa 562 Millionen Euro haben die vfa-Mitgliedsunternehmen im Jahr 2016 an Ärzte, andere Fachkreisangehörige sowie medizinische Institutionen gezahlt.

Die Leistungen an die einzelnen Ärzte sind nur teilweise individuell nachvollziehbar. Denn aus Datenschutzgründen muss der Zahlungsempfänger einer Namensnennung zustimmen. Nur knapp 25 Prozent der Betroffenen hat für das Jahr 2016 grünes Licht dafür gegeben, teilt Holger Diener mit – 2015 waren es noch rund 33 Prozent. Dem FSA-Geschäftsführer zufolge verteilen sich die 562 Millionen Euro (Stand 21.6.2017) wie folgt: Auf die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung entfällt mit knapp 356 Millionen Euro (63 Prozent) der Großteil der Zahlungen; 2015 waren es rund 366 Millionen Euro. Rund 105 Millionen Euro (19 Prozent) flossen in Fortbildungen und Vorträge (2015 ca. 119 Millionen Euro). Die restlichen 101 Millionen Euro (18 Prozent) dienten zur Unterstützung von Veranstaltungen und Institutionen – 2015 waren es noch 90 Millionen Euro.

„Nach der ersten Veröffentlichung letztes Jahr wurden Ärzte regelrecht an den Pranger gestellt“, sagt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Das sei der Hauptgrund, warum dieses Jahr die Zustimmungsquote der Mediziner gesunken ist. „Wir halten aber am eingeschlagenen Weg der Transparenz fest“, sagt Fischer dennoch. Die Öffentlichkeit soll ihr zufolge nachvollziehen können, wie sich die Zusammenarbeit von Unternehmen und Medizinern gestaltet und welchem Zweck sie dient: „Das sind substantielle Beiträge für Fortschritt in der Medizin.“

Die Transparenzlisten gibt es ab Juli online unter https://www.pharma-transparenz.de/fachkreisangehoerige/veroeffentlichungen/