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Tuberkulose: „Größter Infektionskiller der Welt“

Berlin/Würzburg/Genf (pag) – Tuberkulose verursacht jedes Jahr mehr Todesfälle als jede andere Infektionskrankheit, wie das Robert Koch-Institut (RKI) zum heutigen Welttuberkulosetag informiert. Tuberkulose-Erkrankte sind durch das Coronavirus besonders gefährdet.

Für Deutschland soll die Tuberkulose-Fallzahl bis 2035 unter eins pro 100.000 Einwohner gesenkt werden.„Tuberkulose ist eine in der Regel gut behandelbare Infektionskrankheit“, sagt RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. In den vergangenen Jahren seien viele Weichen für die Tuberkulose-Elimination gestellt worden, so stünden etwa verbesserte diagnostische Verfahren und neue Antibiotika für eine kürzere und verträglichere Behandlung der antibiotikaresistenten Tuberkulosen zur Verfügung.

Laut Infozentrum für Prävention und Früherkennung sind Patienten mit verminderter Immunabwehr etwa aufgrund einer HIV-Infektion oder einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, besonders gefährdet, an Tuberkulose zu erkranken. Für Menschen mit Tuberkulose stellt das Coronavirus eine extreme Gefahr dar, warnt die die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Ihre Lungen seien durch die Erkrankung schon vorgeschädigt, ihre Grundkonstitution sei armutsbedingt schlecht und es fehle ihnen an Zugängen zu adäquater Gesundheitsversorgung, sagt Burkard Kömm, DAHW-Geschäftsführer.

„Tuberkulose bleibt der größte Infektionskiller der Welt“, erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und hat eine „End TB-Strategie“ entwickelt: Für Deutschland soll die Fallzahl bis 2035 unter eins pro 100.000 Einwohner gesenkt werden. Im Jahr 2019 waren es nach vorläufigen Daten 5,8 Fälle pro 100.000 Einwohner und damit insgesamt 4.791 Erkrankungen. Entscheidend für die Tuberkulosekontrolle sei die Aufmerksamkeit der Ärzte – sie sollten bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust auch an Tuberkulose denken.