Drucken

Bilanz 2014: Große Fortschritte für Patienten

Birgit FischerBerlin – Eine positive Bilanz zieht der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) für das ablaufende Jahr. 49 Medikamente des Jahres 2014 basieren auf neuen Wirkstoffen. Elf Medikamente kamen gegen Infektionskrankheiten heraus; noch mehr als Krebsmedikamente, die sonst regelmäßig an erster Stelle stehen.

„Forschende Pharma-Unternehmen greifen die großen Herausforderungen der Medizin auf und helfen damit vielen Menschen, die auf Linderung und Heilung hoffen“, so Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa. Chronische Hepatitis C sei nun fast immer heilbar, und mehrere Krebsarten seien besser behandelbar.

Die neuen Krebsmedikamente richten sich neben Lymphomen, Schilddrüsen-, Brust- und Prostatakrebs vor allem gegen die chronische lymphatische Leukämie. Gegen einige Formen von Mukoviszidose und Muskeldystrophie gibt es erste gezielte Arzneimittel, gegen den Klinikkeim MRSA neue Antibiotika und gegen Tuberkulose die ersten neuen Mittel seit 1995. Erstmals wurde eine Gentherapie eingeführt – sie lindert eine angebore Fettstoffwechselkrankheit.

Drei der neuen Medikamente sind im Sinne der personalisierten Medizin erst zu verordnen, wenn ein Gentest ihre Eignung beim jeweiligen Patienten angezeigt hat; ein weiteres wird sogar individuell für jeden Kranken aus dessen eigenen Krebszellen zubereitet. 13 der Medikamente mit neuen Wirkstoffen haben den Orphan Drug-Status, weil sie speziell für Menschen mit seltenen Krankheiten entwickelt wurden. Zu diesen Erkrankungen zählen erbliche Stoffwechsel- und Muskelkrankheiten, seltene Krebsarten, Tuberkulose und verschiedenen Formen von Lungenhochdruck.

Gruppiert nach Krankheitsgebieten ergibt sich laut vfa für 2014 folgende Bilanz: Die 49 Medikamente mit neuen Wirkstoffen dienen der Behandlung oder Prävention von Infektionskrankheiten (11), Krebs (8), Krankheiten des Nervensystems (5) und der Lunge (5), Diabetes (4), anderen Stoffwechselkrankheiten (2), Gerinnungsstörungen (3), Magen-Darm- (3), urologischen (3), Herz-Kreislauf- (2) und Muskel-Erkrankungen (1); sie fördern die Wundheilung (1) oder werden in der Anästhesie (1) eingesetzt.