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Vor Reisen ins Ausland an Impfschutz denken

Düsseldorf (pag) – Masern sind weltweit auf dem Vormarsch: Besonders betroffen sind afrikanische Länder wie Nigeria oder die Demokratische Republik Kongo, aber auch Fernreiseziele wie Neuseeland oder Thailand. Vor allem bei den nach 1970 Geborenen gebe es Lücken beim Masernimpfschutz, kritisiert das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Das Bild zeigt das von Masern gezeichnete Gesicht eines Kleinkinds.Die erste Masern-Impfung ist für Kleinkinder zwischen 11 und 14 Monaten empfohlen, die zweite vom 15. bis zum 23. Lebensmonat.Auch in Europa sei die Masernverbreitung teilweise besorgniserregend, teilt das CRM mit: So ist beispielsweise in der Ukraine die Zahl der Maserninfektionen seit Ende Dezember letzten Jahres auf etwa 58.800 gestiegen, 20 Menschen sind verstorben. In Deutschland treten derzeit fast die Hälfte der Maserninfektionen bei Erwachsenen auf. Das Robert Koch-Institut verzeichnete 2018 insgesamt 543 Masernfälle in Deutschland. Von allen Masernerkrankungen traten 31 Prozent der Erkrankungen in der Altersgruppe der 0- bis 9-Jährigen und 23 Prozent bei den 10- bis 19-Jährigen auf. 36 Prozent fielen auf die Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen.

„Vor Auslandsreisen sollte jede und jeder den Impfstatus aller impfpräventablen Erkrankungen prüfen lassen“, betont Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. „Da Masernviren besonders ansteckend sind, ist dringend geraten, spätestens 15 Tage vor der Reise eine eventuell fehlende Masernimpfung nachzuholen“, sagt er. Ein vollständiger Masernimpfschutz besteht nach zweimaliger Impfung. Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die erste Masernimpfung für Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite zwischen 15 bis 23 Monaten. Geimpft wird mit einem Lebendimpfstoff. Schon etwa drei bis fünf Tage, bevor ein Erkrankter Symptome zeigt, sind Masern schon hochansteckend. Typisches Symptom ist dann ein Ausschlag mit roten Flecken. „Eine Maserninfektion kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen einen schweren Verlauf nehmen. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung können auftreten“, betont Jelinek.