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Weihnachten und Silvester: Hochbetrieb bei Ärzten

Berlin (pag) – 50 bis 60 schwere Handverletzungen pro großstädtisches Krankenhaus zählt die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie jedes Jahr an Silvester. Die 116117 wird an diesem Tag häufig gewählt, 2018 laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung rund 104.000 Mal und damit Jahresspitzenwert. Weihnachten und vor allem Silvester bedeuten für viele Ärzte Ausnahmezustand.

An Silvester gibt es vermehrt Verletzungen durch Stürze und Feuerwerkskörper.„Das Aufkommen wird deutlich höher sein“, vermutet Dr. Udo Schniedermeyer, Oberarzt in der zentralen Notaufnahme Mitte des Klinikums Dortmund für Weihnachten und Silvester. In seinem Haus würden rund 100 Patienten pro Tag versorgt, an den Feiertagen und Brückentagen seien es rund 120 bis 130. Am Universitätsklinikum München seien die Notfälle an Weihnachten und Neujahr nicht erhöht, teilt das Haus mit, das insgesamt über drei zentrale Notaufnahmen verfügt. Das Klinikum hat an diesen Tagen häufig mit alkoholisierten oder depressiv verstimmten Patienten zu tun. Silvester kämen dann Verletzungen durch Stürze und Feuerwerkskörper hinzu. Davon kann Dr. Berthold Bickert, Leitender Arzt der Sektion Handchirurgie an der BG Unfallklinik Ludwigshafen, ein trauriges Lied singen: „Die Patienten kommen mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen.“
Die Kassenärztlichen Bereitschaftsdienste in Niedersachsen und Berlin registrieren an diesen Tagen häufig Fälle von Erkältungen, Rücken- und Bauchschmerzen oder Hals- und Ohrenleiden. Vom 24. Dezember 2018 bis 1. Januar seien bei der Leitstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin 13.000 Anrufe eingegangen. Der fahrende Dienst hätte die Hälfte von ihnen versorgt, 300 Patienten seien an die KV-Notdienstpraxen an Krankenhäusern weitergeleitet worden. „Insgesamt wurden in den sechs KV-Notdienstpraxen über die Feiertage knapp 3.000 Notfallpatienten behandelt“, teilt die KV mit. In der Leitstelle werde an diesen Tagen die Zahl der Mitarbeiter erhöht. In Niedersachsen ist das von der Region abhängig. „In Großstädten sind zwischen zwei und drei zusätzliche Ärztinnen oder Ärzte im Einsatz. In anderen Teilen gibt es keine Aufstockung“, berichtet die KV Niedersachsen.