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Weltkrebstag: Auch Männer können Brustkrebs bekommen

Berlin (pag) – Jedes Jahr bekommen zwischen 600 und 700 Männer die Diagnose Brustkrebs gestellt, vor allem im höheren Alter. Die Krankenkasse Barmer rät, auf Alarmsignale in der Brust zu achten.

Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer, spricht über Anzeichen von Brustkrebs bei Männern."Eine einseitige, schmerzlose Verhärtung in der Brust ist das wichtigste Anzeichen für Brustkrebs beim Mann. Klare oder blutige Flüssigkeitsabsonderungen, Einziehungen und kleine Entzündungen oder nicht abheilende Wunden sind ebenfalls Alarmzeichen, die dringend ärztlich untersucht gehören", sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Wenn der Hausarzt als erste Anlaufstelle den Krebsverdacht nicht entkräften könne, werde man an ein Brustzentrum oder eine vergleichbar spezialisierte Klinik überwiesen. Dort erfolgten mit Ultraschall, Mammographie und bei Bedarf einer Gewebeprobe dieselben Untersuchungen wie bei Frauen.

Grundsätzlich sei Brustkrebs bei beiden Geschlechtern möglich, da auch jeder Mann ein klein wenig Brustgewebe und Anlagen zu Milchgängen habe. Diese seien meist der Ursprung von Brustkrebs, sagt Marschall. Ein Risikofaktor sei ein erhöhter Östrogenspiegel, der aus bestimmten Hodenerkrankungen in der Kindheit oder sehr starkem Übergewicht resultieren könne. Zudem könnten genetische Faktoren, bestimmte Erkrankungen und der Lebensstil das Risiko beeinflussen.

Da der Mann viel weniger Brustgewebe habe als die Frau, sei bei einem Tumor die Entfernung der ganzen Brust mitsamt der Papille meist nicht vermeidbar. Nur bei einem verhältnismäßig kleinen Tumor könne ein brusterhaltender Eingriff möglich sein. Im Anschluss könnten eine Bestrahlung, Chemotherapie oder antihormonelle Behandlung erfolgen. "Je früher der Brustkrebs erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen", sagt Marschall.

Bei Frauen ist Brustkrebs nach wie vor die weltweit häufigste Tumorerkrankung. Allein in Deutschland erkranken daran jährlich über 75.000 Frauen. Besonders stark steigt die Zahl der Betroffenen nach dem 35. Lebensjahr.