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Mehr Engagement von der Regierung gefordert

Berlin (pag) – Malaria ohne eine bezahlbare Impfung sei nicht besiegbar, sind sich Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft bei Bündnis 90/Die Grünen, einig. Die Regierung müsse Forschungsanreize schaffen, damit ein neuer Impfstoff entwickelt wird, fordern die beiden anlässlich des Weltmalariatages am 25. April.

Es müssten finanzielle Anreize geschaffen werden, auch an Krankheiten zu forschen, die vor allem in Entwicklungsländern verbreitet sind. Die einseitige Konzentration der Bundesregierung auf Produktentwicklungspartnerschaften werde dem Ausmaß der Bedrohung durch armutsassoziierte Krankheiten in keiner Weise gerecht, kritisieren die beiden Abgeordneten.

Um Malaria effektiv zu bekämpfen, müssten vielmehr Präventionsprojekte gestärkt und gefährdete Gruppen wie Kinder und Schwangere besonders in den Fokus genommen werden. Der Aufbau stabiler Gesundheitssysteme müsse gerade in armen Regionen vorangetrieben werden. „Die Bundesregierung hat auch hier bislang zu wenig getan“, so Kekeritz und Schulz-Asche: „Anstatt der WHO-Empfehlung zu folgen und 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich zur Verfügung zu stellen, stagniert der deutsche Beitrag bei 0,028 Prozent.“

Dass die Bundesregierung ihr Engagement weiter ausbauen muss, meint auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): „Die großen Erfolge zeigen, dass sich Investitionen zur Bekämpfung von Malaria auszahlen“, sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Doch der Handlungsbedarf bleibe riesig. „3,2 Milliarden Menschen – mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung – sind noch immer von Malaria bedroht.“ Alle zwei Minuten stirbt weltweit ein Kind an Malaria, vor allem in Afrika südlich der Sahara.

Die Weltgemeinschaft hat sich verpflichtet, bis 2030 die Malaria-Epidemie zu beenden. „Ich appelliere daher an die Bundesregierung, der Eindämmung von vernachlässigten Armutskrankheiten wie Malaria eine höhere Priorität einzuräumen“, so Bähr. Wichtig seien insbesondere mehr Mittel für Präventionsmaßnahmen sowie für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika gegen Malaria.