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14. August 2018

Der große Stillstand

 
Nur noch neun Prozent der Deutschen lebt gesund. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung (ZfG) der Deutschen Sporthochschule (DSHS) im Auftrag der Deutschen Krankenversicherung (DKV) durchgeführt hat.

Nach Feierabend geht nicht mehr viel. Das stundenlange Arbeiten hat müde gemacht. An Bewegung ist nicht mehr zu denken. Auf der Couch ist es deutlich gemütlicher, Chipstüte und Bier liegen näher als Salat und Mineralwasser.

Wer sich in dieser Beschreibung wiedererkennt, gehört zur Mehrheit der Deutschen. Denn die lebt ungesund, wie der DKV-Report 2018 aussagt. Oder anders herum ausgedrückt: Nur neun Prozent achten bewusst auf Bewegung, Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie auf einen gesunden Umgang mit Stress. Bei der ersten Umfrage 2010 seien es noch 14 Prozent gewesen.

Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule (© pag/Fiolka)
Für die DKV und die Sporthochschule hat das Meinungsforschungsinstitut GfK Nürnberg rund 3000 Menschen in ganz Deutschland befragt. Besonders aufpassen müssen Männer, von ihnen leben nur acht Prozent laut Studie gesund. „Es war noch nie so schlecht wie jetzt“, bilanziert Prof. Ingo Froböse. Er ist Leiter des ZfG und wissenschaftlicher Verantwortlicher des DKV-Reports.


Mangelnde Bewegung

Die Deutschen sind Bewegungsmuffel. Lediglich 43 Prozent befolgen die sogenannten Mindestaktivitätsempfehlungen, heißt es im Bericht, was 120 Minuten moderater körperlicher Aktivität beziehungsweise 60 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche entspricht. Bewegungsmangel kann fatale Folgen haben: Das Risiko für Diabetes Typ 2, Rückenschmerzen und verschiedene Krebsarten steige, so der Report.

Risikofaktoren Sitzen, Lärm und Einsamkeit

„Jeder zweite Deutsche sitzt täglich mehr als acht Stunden“, teilt Froböse mit. Das ist zu viel. „Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass lange und wenig unterbrochene Sitzzeiten das Risiko für die Entstehung von zahlreichen Zivilisationskrankheiten erhöhen könne“, sagt der Report dazu.

Auch Lärm und Einsamkeit seien keine zu unterschätzenden Faktoren, betont Froböse. Der Mensch sei mittlerweile einer „24-Stunden-Beschallung“ ausgesetzt. Und das Ohr könne man schließlich nicht abstellen. „Elf Prozent der Befragten fühlen sich einsam. Das ist ein hoher Wert“, sagt er darüber hinaus.

Dr. Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV (© pag/Fiolka)
Doch was tun? Froböse sieht die Politik in der Pflicht. Sie habe versagt. Gegensteuern könne natürlich jeder einzelne selbst, schon allein dadurch, dass er die Treppen statt des Fahrstuhls nimmt, nennt DKV-Vorstandsvorsitzender Dr. Clemens Muth ein Beispiel, und hat noch ein weiteres parat: Sitzungen im Stehen veranstalten.

Weitere Infos auf:

https://www.ergo.com/dkv-report
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zum Beispiel: "Wie verändert die Digitalisierung den Praxisalltag und Arztberuf?", am 29.03.2019 in Berlin
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