Drucken

DMEA: Spahn schwört auf digitalen Wandel ein

Die conhIT – Connecting Healthcare heißt jetzt DMEA – Connecting Digital Health. Unter diesen Namen hat die Gesundheitsfachmesse Premiere in Berlin gefeiert. Veranstalter ist der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schwört dort auf den digitalen Wandel ein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf der Messe DMEA – Connecting Digital Health.Wie schon zu anderen Gelegenheiten spricht der Minister das geplante Digitalisierungsgesetz an. Die digitale Versorgung im Alltag sei aber eine Daueraufgabe, die auch in anderen Gesetzgebungen ihren Niederschlag finden müsse. Deshalb werde das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sie in allen gesetzlichen Vorhaben mitdenken. Bei der elektronischen Patientenakte (ePA) hofft Spahn auf ein „Feuerwerk an Kreativität und Ideen“. So seien die Krankenkassen aufgerufen, über die Kernanwendungen hinaus Nutzungsangebote für die Versicherten zu entwickeln. Auch den „riesigen Datenschatz im Gesundheitssystem“ gelte es, besser zu nutzen.
Dass in Deutschland der Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung groß sei, meint Dr. Gottfried Ludewig, Leiter der Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ im BMG: „Wir drucken jedes Jahr 700 Millionen Arzneimittelrezepte aus, die Arzt-Patienten-Kommunikation läuft zu 80 Prozent per Brief oder mündlich, wir müssen einfach schneller werden.“

Neuer Versorgungsbereich „Digitale Medizin“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) spricht sich zur Messe für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Versorgungsangebote aus und schlägt die Einführung eines zusätzlichen, sektorenübergreifenden Versorgungsbereichs „Digitale Medizin“ vor. „Um den Patienten und Versicherten den Zugang zu den digitalen Lösungen zu ermöglichen, ist ein adäquater Rahmen erforderlich, der den Besonderheiten von Digital Health Rechnung trägt“, meint BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. „Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, zeigen, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich sind." Laut bvitg strömen rund 10.800 Besucher zur dreitägigen Veranstaltung. Der Verband spricht von 570 Ausstellern und 350 Rednern.

Digitaler Zugang zu medizinischer Versorgung

In Zeiten des sich rasant und vollständig digitalisierenden Lebens erwarten immer mehr Versicherte, dass sie Zugriff auch auf ihre Gesundheitsdaten und einen digital unterstützten Zugang zur medizinischen Versorgung erhalten, erklärt Jens Naumann vom bvitg: „Damit praktische, innovative Anwendungen aber ihren Weg zu den Patienten sowie Leistungserbringern finden, spielen politische Implikationen, Rechtssicherheit und Finanzierungsfragen ein große Rolle. Allesamt haben einen großen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit der Gesundheits-IT in Deutschland – einer überdurchschnittlich stark wachsenden Branche, mit der eine digitalisierte Gesundheitsversorgung überhaupt erst möglich wird.“