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Gesundheits-Apps: Patienten erwarten weitere Unterstützung

Immer mehr Bürger bekommen von Ärzten und Krankenkassen digitale Therapieempfehlungen. Trotz insgesamt wachsender Nutzerzahlen wächst jedoch die Kluft zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern digitaler Apps, wie aus der 8. EPatient Survey 2019 hervorgeht.

Dr. Alexander Schachinger.Patienten haben laut Studie die Vorteile von Gesundheits-Apps erkannt und erwarten weitere Unterstützung, sagt Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer der EPatient Analytics GmbH. Nutzer digitaler Lösungen fühlen sich laut Studie mit den Apps jedoch oft alleine gelassen. Entsprechend wünschen sich 59 Prozent der Befragten für eine digitale Therapieanwendung beispielsweise einfache Videos als Start- und Erklärhilfe, nahezu jeder Dritte möchte sogar eine persönliche Einweisung durch eine medizinische Fachkraft. Neben dem Zugriff zu jeglichen Formen von Befund- und Therapiedaten suchen Patienten insbesondere Erklärungen, Einordnungen und Verhaltensempfehlungen für ihren individuellen Alltag basierend auf ihren Patientendaten.

Nutzenerwartung überlagert Datenschutzbedenken

56 Prozent der App-Nutzer würden ihre App-Daten mit ihrer Krankenkasse teilen, wenn sie – basierend auf ihren Daten – Therapieempfehlungen von ihrer Kasse erhalten würden. „Die Nutzenerwartung überlagert zunehmend Datenschutzbedenken“, erklärt Schachinger. Das Erkennen eines klaren Mehrwertes einer digitalen Anwendung für die individuelle Therapiesituation des Patienten sei zu 83 Prozent einer der stärksten Faktoren für die Zahlungsbereitschaft insbesondere kostenpflichtiger Angebote. Werde dieser konkrete Mehrwert nicht gesehen, wird die Anwendung erst gar nicht begonnen oder ist für einen schnellen Nutzungsabbruch verantwortlich. Schachinger: „Das individuelle Nutzenempfinden findet bei der Entwicklung digitaler Versorgungsstrategien noch zu wenig Berücksichtigung.“

Nutzungzahlen von Medikamenten-Apps steigen

Die Nutzung von Medikamenten-Apps unter Patienten wuchs innerhalb eines Jahres von elf auf 18 Prozent, die Verbreitung von Diagnostik-Apps verdoppelte sich von sechs auf zwölf Prozent. Die Online-Terminbuchung steigerte sich von 24 auf 28 Prozent. Schachinger ist überzeugt: „Jetzt kommt Dampf in den Kessel. Die Widerstände insbesondere der Versorger schwinden, der Wettbewerb um die besten Lösungen im Markt ist im vollen Gange. Gewinnen wird, wer Markt und Zielgruppe am besten kennt.“