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4. Januar 2019

Ausblick 2019: Neue Medikamente verbessern die Versorgung

 
2019 könnten mindestens 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff eingeführt werden. Das schätzt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

Rund ein Drittel der neuen Medikamente wird gegen eine Krebserkrankung gerichtet sein. (© Chris Ryan / iStock)
Gleich mehrere neue Antibiotika könnten in diesem Jahr verfügbar werden, die auch bei Bakterien mit Resistenzen gegen einige ältere Medikamente wirksam sind, heißt es vom vfa. Zwei Mittel hätten bereits die Zulassung und für vier weitere sei diese beantragt. Zudem könnten Arzneimittel gegen Grippe, Milzbrand und HIV-Infektionen kommen. Ein monoklonaler Antikörper – also mit einer identischen molekularen Struktur – soll beispielsweise für HIV-Infizierte herauskommen, bei denen die bisher verfügbaren Therapien versagt haben.

Rund ein Drittel der neuen Medikamente wird gegen eine Krebserkrankung gerichtet sein. „Der Bedarf an weiteren Verbesserungen für die Onkologie ist hoch", kommentiert vfa-Hauptgeschäftsführerin Fischer und ergänzt: „Denn fast jeder zweite in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an der einen oder anderen Art von Krebs; und Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache." Bis zu vier Medikamente könnten gegen Lungenkrebs herauskommen, der im fortgeschrittenen Stadium bislang schwer behandelbar sei. Weitere Medikamente im Zulassungsverfahren richten sich gegen: bestimmte Leukämien und Formen des Lymphknotenkrebs, gegen Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs sowie gegen das kutane Plattenepithelkarzinom – eine Form von Hautkrebs.

Behandlung könnte Patienten früher erreichen

Zudem gebe es eine weitere Neuerung: „Dass erstmals in der EU für ein Krebsmedikament ein gen- statt organbezogenes Anwendungsgebiet festgelegt werden könnte, zeigt den Erkenntnisfortschritt der Krebsforschung auf molekularer Ebene“, erklärt Fischer. Neue Behandlungsmöglichkeiten könnten dann schneller als früher viele Patienten erreichen. Denn es würde lange Zeit beanspruchen, für jedes Organ, in dem entsprechend mutierte Tumore auftreten können, eigene Studien durchzuführen.

Medikament, das die Tumorzellen angreift

In den letzten Jahren kamen verstärkt immunonkologische Medikamente heraus, die körpereigene Immunzellen gegen die Tumorzellen mobilisieren, wie der vfa informiert. Auch 2019 könnte ein Medikament dieser Art dazukommen. Ansonsten dürften vor allem Medikamente die Versorgung erreichen, die direkt die Tumorzellen angreifen. Sie blockieren dazu beispielsweise die intrazelluläre Signalübertragung oder stören die DNA-Reparatur. Anders als Immunonkologika werden sie meist chemisch-synthetisch hergestellt.

Gegen Störungen der Blutgerinnung

In Aussicht steht, dass 2019 ein weiterer Schwerpunkt auf Medikamenten für Menschen liegt, deren Blutgerinnung gestört ist. Auch für Betroffene, die zur Schlaganfall-Prophylaxe bestimmte Blutverdünner einnehmen, könnte ein Mittel herauskommen, das beispielsweise vor einer Notfalloperation die volle Gerinnungsfähigkeit wiederherstellt. Zudem könnte es auch Mittel gegen Entzündungskrankheiten der Haut und der Blutgefäße, gegen Osteoporose oder zur Migräne-Prophylaxe geben. Patienten mit Diabetes Typ 1 könnten 2019 erstmals von einer Arznei zum Schlucken profitieren, das die Zuckerkontrolle weiter verbessern soll.

Immer mehr Orphan Drugs

2019 dürften rund ein Drittel der neuen Medikamente Orphan Drugs für Menschen mit seltenen Erkrankungen sein. Erwartet werde unter anderem eine Gentherapie gegen die Lebersche Amaurose und die Retinitis pigmentosa – zwei angeborene Krankheiten, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Auch mehrere Medikamente gegen seltene Krebsarten wie das kutane T-Zell-Lymphom sind Orphan Drugs.

Arzneimittel mit neuem Fälschungsschutz

Um Patienten noch besser vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen, werden die Hersteller die Packungen aller rezeptpflichtigen Medikamente – ob neu oder schon Jahre oder Jahrzehnte auf dem Markt – mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausstatten. Dadurch wird jede Packung zum Unikat und kann in Apotheken und Krankenhäusern auf Echtheit geprüft werden, ehe sie zum Einsatz kommt, erklärt der vfa. Das entsprechende Sicherheitssystem securPharm, das Hersteller, Großhändler, Apotheken und Kliniken einschließt, wird im Februar seine Arbeit aufnehmen.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Termine für alle – die Wirkmöglichkeiten des TSVG", am 31.01.2019 in Berlin
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Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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