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Europaweiter Forschungsverbund mit Pharma-Unternehmen

Wie unterschiedliche Akteure für das Wohl von Schmerzpatienten arbeiten, zeigt die „Innovative Medicines Initiative“ (IMI). Die größte europäische Öffentlich-Private Partnerschaft folgt der Strategie, Europa dabei zu unterstützen, die medikamentöse Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern und seinen führenden Platz bei der Pharmaforschung zurückzugewinnen.

Chemiker in einem Pharma-ForschungslaborSteigende Kosten für die Entwicklung von Medikamenten, geringe öffentliche und private Investitionen, die Abwanderung von Fachkräften sowie die Auslagerung von Technologiestandorten in die USA und nach Asien, sind nur einige Probleme bei der Entwicklung neuer Medikamente in Europa, die von den Beteiligten der Initiative identifiziert worden sind und gemeinsam gelöst werden sollen.

EU und Pharma-Branche Hand in Hand

Die Initiative ist die größte öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission, und der pharmazeutischen Industrie, vertreten durch den Dachverband European Federation of Pharmaceutical Industries Associations (kurz EFPIA), die gemeinsame Ausschreibungen durchführen. Ziel der Ausschreibungen ist es, Projekte zu fördern, die ihren Fokus auf die Verbesserung von unter- bzw. fehlversorgten Krankheiten legen – zum Beispiel auf die europaweit unzureichende Therapie von chronisch erkrankten Schmerzpatienten. Im Jahr 2014 wurde die zweite Ausschreibungswelle initiiert (IMI2), die bis 2020 ein Budget von 3,3 Milliarden Euro hat.

Verschiedene Akteure zusammenbringen

Das Ziel von IMI ist es, Forschung in Bereichen mit erhöhtem medizinischem Bedarf zu beschleunigen. Innerhalb des aktuellen Programms kommt der Indikation Schmerz besondere Aufmerksamkeit zu. Die bei IMI integrierte „Arbeitsgruppe Schmerz“ bringt europäische Pharmaunternehmen, Wissenschaftler, Patientenvertreter und weitere Anspruchsgruppen zusammen, um das Thema Schmerz noch besser zu verstehen und neue Wege in der Schmerzversorgung zu entwickeln. Die Projekte reichen von der Identifikation neuer Ansätze zur Schmerzbehandlung bis hin zur Definition von patientenberichteten Messwerten als Teil des Behandlungsergebnisses.

Pharmaindustrie gibt über 30 Milliarden für Forschung aus

Gabriel BaertschiGabriel BaertschiGabriel Baertschi, CEO von Grünenthal und Board Member der EFPIA, betont auf einer Veranstaltung, wie wichtig es sei, sich mit den Auswirkungen von Schmerz auf die Gesellschaft zu befassen. Schmerz sei nicht nur eine große Belastung für die Betroffenen und einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch, sondern auch eine große Herausforderung für Europas Sozialsysteme. Angesichts des Demografiewandels und zunehmender chronischer Erkrankungen sei eine stärkere Beachtung der Auswirkungen von Schmerz auf die Gesellschaft sinnvoll und notwendig, damit eine gute Gesundheitsversorgung, wie sie in Europa existiert, auch in Zukunft besteht. Als vereinte Stimme auf EU-Ebene haben sich deshalb in der EFPIA rund 1.900 europäische forschende Pharmaunternehmen zusammengeschlossen. Die EFPIA hat das Ziel, durch die Förderung von Forschung und Entwicklung das Leben von Patienten zu verbessern und ihnen breiten Zugang zu angemessenen (Schmerz-)Therapien zu ermöglichen. Laut Gabriel Baertschi investierte die Pharmaindustrie 2015 knapp 31,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

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