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AIDS-Projekt: für ein aufgeklärtes und vielfältiges Miteinander

Sie gehen in die Schulen und reden mit Jugendlichen über Sex, HIV-Infektionen und sexuell übertragbare Krankheiten. „Jugend gegen AIDS“ ist ein Verein mit einer Mission: Aufklärung.

Hamburger Schüler gründeten 2009 den gemeinnützigen Verein „Jugend gegen AIDS“, der ausschließlich von Jugendlichen organisiert wird. Seine Mitglieder engagieren sich bundesweit für Akzeptanz und ein offenes, lockeres Miteinander als Grundlage für den Kampf gegen AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten. „Unser Hauptziel ist Aufklärung“, sagt der Verein über sich. Inzwischen haben sich in vielen Städten Regionalgruppen gegründet.

Die YouTube-Stars "DieLochis"Im Vorfeld des Welt-AIDS-Tags 2016 hatte „Jugend gegen AIDS“ gemeinsam mit dem Online-Dating-Portal LOVOO eine Umfrage zum Sexualverhalten Jugendlicher gestartet. Das erschreckende Ergebnis: Ein Drittel der Jugendlichen verhütet nicht. Die YouTube-Stars „DieLochis“ unterstützen die Kampagne als Botschafter für Safer Sex und mit Konzerten. „Gemeinsam können wir einen großen Teil zur Aufklärung von Jugendlichen beitragen. Wir selbst gehören zur Zielgruppe und sehen uns deshalb in der Verantwortung“, sind sich die Youtube-Zwillinge einig.

AIDS-Präventoionsprojekt „Positive Schule“

Ein Großteil der Arbeit des Vereins fließt in das Projekt „Positive Schule“. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter gehen in Schulen und informieren die Jugendlichen über das Thema Sex. Ganz wichtig dabei ist der Peer-to-Peer-Ansatz: Junge Menschen klären junge Menschen auf. „Wir reden offen über alles zum Thema Sex. Wir informieren über sexuell übertragbare Krankheiten, Safer Sex und Identitätsfindung und vermitteln einen selbstbewussten und sicheren Umgang mit Sexualität“, so das Programm des Vereins. „Damit bereiten wir auf das spätere Leben vor und möchten die Grundlage für eine aufgeklärte und tolerante Gesellschaft legen.“

Die Aufklärung über die Risiken der Sexualität komme an vielen Schulen zu kurz, sind die Macher von „Jugend gegen AIDS“ überzeugt. Mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und der Möglichkeit, eine HIV-Infektion zu behandeln, verlören die Gefahren von ungeschütztem Geschlechtsverkehr an Bedeutung. Es mache sich Sorglosigkeit breit. Lehrer trauten sich häufig nicht zu, offen über Sexualität zu sprechen, viele Fragen der Schüler blieben unbeantwortet. Jugendliche bräuchten jedoch eine zielgruppengerechte Prävention. Dazu gehörten altersgerechte, vielfältige Themenbereiche, ohne sich auf standardisierte Vorstellungen von Sexualität zu beschränken. „Das heutige Unwissen der Schüler wird häufig unterschätzt. Oft fehlt ein Ansprechpartner“, so der Verein.

„Jugend gegen AIDS“ hat Aufklärungsworkshops für die Mittelstufe konzipiert, die in zwei Themenblöcke à 90 Minuten unterteilt sind. Sie befassen sich ganzheitlich mit Themen wie Geschlechtsidentität, Sexualität, Geschlechtskrankheiten und Verhütung. Geleitet werden sie von nahezu Gleichaltrigen, die in mehrtätigen Seminaren dafür ausgebildet werden. Dort wird ihnen Wissen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, Rhetorik, Moderation, Konfliktmanagement und -prävention vermittelt. Neben der Arbeit in Schulen ist der Verein auch auf Festivals, Straßenfesten und Fußballspielen präsent und versucht, Aufmerksamkeit für seine Ziele zu erreichen.

Prominente Partner und Unterstützer

Unterstützung erhält „Jugend gegen AIDS“ von einem prominent besetzen Beirat, dem führende Vertreter aus Politik, Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft angehören. Neben dem Schirmherren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) engagieren sich unter anderem auch der ehemalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) sowie der ehemalige Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Edgar Franke (SPD).

Zu den Unterstützern von „Jugend gegen AIDS“ gehört der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) sowie zahlreiche Unternehmen wie Axa, Roche, Abbvie, Janssen, MSD, Boehringer Ingelheim, die Deutsche Bank und Stoer.

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