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1. März 2019

Darmkrebs: Vorsorge rettet Leben

 
„Es gibt kein zu jung für Darmkrebs. Rede mit Deiner Familie!“ – unter diesem Motto thematisiert die Felix Burda Stiftung das familiäre Risiko für diesen Krebs und will zum Start des Darmkrebsmonats dazu animieren, über Vorerkrankungen in der Familie zu reden.

Bei vielen Menschen wird Darmkrebs daher erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. (© iStock/Mohammed Haneefa Nizamudeen)
Schon Hippokrates wusste: „Ein kranker Darm ist die Wurzel allen Übels.“ Aktuell erkranken jährlich etwa 33.120 Männer und 27.890 Frauen laut Felix Burda Stiftung an Darmkrebs. Rund 25.512 Menschen versterben jährlich daran. Damit ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste Krebsneuerkrankung und bei Frauen die zweithäufigste in Deutschland. Bei den unter 50-Jährigen sind immer mehr Menschen betroffen, ein Großteil bereits in jüngeren Jahren, weil bei ihnen ein familiäres Risiko für Darmkrebs vorliegt – wenn beispielsweise direkte Verwandte an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens sowie der Gebärmutter erkrankt sind. In diesen Fällen sollten Betroffene bereits mit 25 Jahren mit der Vorsorge beginnen – doch in diesem Alter haben sie keinen Anspruch auf bezahlte Früherkennungsmaßnahmen. Bei vielen wird Darmkrebs daher erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. „Dies ist eine eklatante Versorgungslücke im deutschen Gesundheitssystem“, kritisiert Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung. Verwandte sollten eine erste Darmspiegelung spätestens zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Familienmitglieds durchführen lassen. Bei Zweifeln über das eigene Risiko empfehle sich ein Besuch beim Magen-Darm-Arzt.

Vorsorge wird nicht ernst genommen

Eine aktuelle Studie lasse keinen Zweifel daran, dass die meisten der Menschen, die an Darmkrebs versterben, die angebotenen Vorsorgemaßnahmen nicht ausreichend in Anspruch nehmen, sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. Auf der gemeinsamen Aktionsseite der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte und der Stiftung LebensBlicke kann jeder im Internet unter www.darmvorsorge-jetzt.de ein Vorsorgeangebot in Wohnortnähe finden. Weitere Informationen sind auch unter http://www.magen-darm-aerzte.de zu finden. Eine frühkindliche Infektion mit Erregern aus Kuhmilch und Rindfleisch könne das Risiko für Darmkrebs und andere Krebsarten sowie chronische Erkrankungen steigern, wie Heidelberger Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum herausfanden.

Neues Darmkrebs-Screening startet im Juli

Im Juli 2018 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss, dass künftig ein organisiertes Programm das Darmkrebs-Screening regelt, das in die Regelversorgung aufgenommen wird. Das neue Screening soll im Juli starten. Jeder Bürger ab 50 Jahren bekommt dann eine Einladung zu einem immunologischen Stuhltest (iFOBT).

Das Leben mit der Erkrankung

Eine Telefonaktion zum Darmkrebsmonat vom Krebsinformationsdienst und der Stiftung LebensBlicke soll zum Thema aufklären: Am 7. und 8. März stehen der Gastroenterologe Jürgen Riemann sowie die Ärztinnen und Ärzte des Krebsinformationsdienstes zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung (von 8 Uhr bis 20 Uhr, Telefon 0800-420 30 40, kostenfrei). Patienten mit Darmkrebs können sich beim Infonetz Krebs, dem Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe, über die Behandlung, die Nachsorge und das Leben mit der Erkrankung informieren, ebenso über Möglichkeiten der Darmkrebsprävention – unter der kostenlosen Rufnummer: 0800-80 70 88 77, Mo bis Fr 8-17 Uhr oder per E-Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de. Wenn Sie an Darmkrebs erkrankt sind, die Erkrankung überstanden haben und sich für die Prävention dieses Krebses engagieren, können Sie sich für den Ehrenfelix 2019 bewerben. Mehr Informationen auf www.ehrenfelix.de.

Mehr Informationen und weiteres Material zum Thema Darmkrebs finden Sie unter:
https://www.kbv.de/html/praevention_darmkrebsfrueherkennung.php
https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-12c-Neuartige-Infektionserreger-als-Krebsrisikofaktoren.php
Detaillierte Informationen zum Prozedere der Darmkrebsfrüherkennung finden Sie unter:
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/frueherkennung.php
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Wie verändert die Digitalisierung den Praxisalltag und Arztberuf?", am 29.03.2019 in Berlin
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Digitorial

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Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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