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Nationaler Krebsplan: Einiges erreicht, aber noch lange nicht genug

Krebspatienten sollen besser versorgt und Krebs früher entdeckt werden. Außerdem sollen Patienten in den Mittelpunkt rücken. Diese Ziele hat sich der Nationale Krebsplan gesetzt, der am 16. Juni zehn Jahre alt wird.

Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitsentgelts.Der Nationale Krebsplan (NKP) wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren ins Leben gerufen. Der NKP ist eine Art freiwilliges Kooperations- und Koordinierungsprogramm, das maßgeblich für die an der Krebsbekämpfung beteiligten Akteure angelegt ist. Das eigentliche Sagen haben dabei die Länder, wenn es um die Einrichtung der Krebsregister geht, und der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA), wenn es um Richtlinien für die Krebsfrüherkennung geht. Der G-BA tut sich allerdings schwer, die beiden gesetzlich verankerten Screening-Programme für Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs zu installieren. Das Gremium hinkt mit dem Zeitplan zwei Jahre hinterher. Die Materie sei komplexer als angenommen, heißt es.


Krebsregister: Erfassung der Daten soll Kenntnisstand erhöhen

Im April 2013 ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) in Kraft getreten. Das legt fest, dass die Bundesländer klinische Krebsregister einrichten. Nach einem bundeseinheitlichen Datensatz sollen in ihnen alle Krebserkrankungen erfasst werden, einschließlich der eingeleiteten Therapie und der Ergebnisse der Behandlungen. Aus den Daten sollen Erkenntnisse für eine bessere Versorgung von Krebspatienten abgeleitet werden.

Dr. Monika Klinkhammer-Schalke vom Tumorzentrum RegensburgDie Betriebskosten der klinischen Krebsregister werden zu 90 Prozent von den Krankenkassen finanziert und zu zehn Prozent von den Ländern. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen müssen Förderkriterien erfüllt sein.
Die Länder sind gegenwärtig mit der Umsetzung unterschiedlich weit. Einige mussten vollkommen bei Null anfangen, weil keine Register existierten. Andere hatten schon relativ gut ausgereifte Datensammlungen, auf denen sie aufbauen konnten. In einigen Ländern konnten bereits Daten an die behandelnden Ärzte zurückgemeldet werden. „Patienten und Selbsthilfe können den Prozess unterstützen, indem sie ihre Ärzte zur Meldung ermuntern“, meint Dr. Monika Klinkhammer-Schalke vom Tumorzentrum Regensburg. Sie wirbt bei Patienten auch dafür, mit den jeweiligen Registern in Kontakt zu treten und sich in Qualitätszirkeln und -konferenzen zu engagieren. Die Expertin kennt die Hemmnisse im Alltag und die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den Ländern, aber alle bemühten sich. „Wir brauchen einen längeren Atem“, lautet ihr Appell.

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