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Dialogforum fördert Bewusstsein für Demenz

Demenz betrifft immer mehr Menschen in Deutschland und stellt damit die ganze Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die Initiative „Dialogforum Demenz“ will den offenen und interdisziplinären Austausch fördern und beteiligte Akteure vernetzen.

Lothar Binding, Gabriele Katzmarek und Stefan Rebmann (v.l.) informieren sich im ISPG über die Früherkennung von Alzheimer-Demenz.Das 2015 gegründete Forum bringt Patienten, Angehörige, Ärzte, Politiker und Vertreter von Krankenkassen und Pharmaunternehmen zusammen und bündelt ihre Expertise. Verschiedene Veranstaltungsformate ermöglichen einen interdisziplinären Dialog über optimale politische Rahmenbedingungen sowie Unterstützungsangebote, die sich an der Lebenswirklichkeit von Menschen mit Demenz ausrichten. Der Kerngedanke lautet: Was muss sich für die Betroffenen und ihre Angehörigen verändern, damit sie weiterhin am sozialen Leben teilhaben können? Neben einer differenzierten Diagnostik sowie einer adäquaten medizinischen Versorgung und nachhaltiger Forschung spielen neue Wohnmodelle, soziale Aktivitäten, Mobilität und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine zentrale Rolle.

Partner und Initiatoren des Dialogforum Demenz sind die Alzheimer Angehörigen-Initiative (AAI), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), die DAK Gesundheit, das forschende Pharmaunternehmen Lilly Deutschland und das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig. „Lilly möchte seinen Beitrag dazu leisten, die Versorgungslage demenziell Erkrankter zu verbessern“, sagt Dr. Gerd Kräh, Director Government Affairs. „Seit über 25 Jahren forschen wir bereits im Bereich Alzheimer und lassen uns nicht von unseren Zielen abbringen, eine wirksame Therapie zu entwickeln, Hilfestellungen für Patienten und Angehörige anzubieten und das Fortschreiten der Erkrankung deutlich zu verlangsamen“, erläutert er.

Parlamentarische Hauptstadtveranstaltung

Gabriele Katzmarek (vorn links), Stefan Rebmann (hinten links) und Lothar Binding (Mitte) machen sich mit Dr. Gerd Kräh und Dr. Susanne Kraemer von Lilly ein Bild von computergestützten Tests zur Früherkennung von Demenz.Regelmäßig findet in Berlin die parlamentarische Hauptstadtveranstaltung des Dialogforums statt. In direkter Nähe zum Deutschen Bundestag tauschen sich Experten aus Politik und Fachwelt intensiv aus und beleuchteten das Thema Demenz aus unterschiedlichen Perspektiven. Auf der Veranstaltung im Februar 2017 unter der Schirmherrschaft von Michael Kretschmar, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, waren sich die Teilnehmer über die große Bedeutung der Pflegestärkungsgesetze einig, denn diese hätten zu einer deutlich besseren Anerkennung von demenziellen Erkrankungen geführt. Dennoch seien Verbesserungen bei der Pflegeausbildung und der Personalausstattung sowie in anderen Politikbereichen notwendig. Einfach zugängliche Beratungsangebote stellten zudem eine zentrale Voraussetzung für das Auffinden der passenden Unterstützung dar. Wichtig sei in diesem Zusammenhang eine eng vernetzte, kommunale Infrastruktur.

Abgeordnete informieren sich über Demenz

Das Dialogforum veranstaltet außerdem „parlamentarische Praxiserlebnisse“ bei Partnerinstitutionen, um einzelnen Politikern konkrete Beispiele aus dem Alltag der Versorgung demenziell Erkrankter und der Situation ihrer Angehörigen näherzubringen. Beispiele aus der vergangenen Legislaturperiode sind die Besuche von Gabriele Katzmarek, Stefan Rebmann, Lothar Binding (alle SPD) sowie Dr. Stefan Kaufmann (CDU) im Institut für Studien zur psychischen Gesundheit (ISPG) in Mannheim. Die Bundestagsabgeordneten informierten sich vor Ort über aktuelle Ergebnisse aus der Demenzforschung und die Ausgestaltung klinischer Studien. Zudem nahm SPD-Politiker Dr. Ernst Dieter Rossmann einen Termin in der Zentrale der DAK-Gesundheit in Hamburg wahr. Beim Praxiserlebnis setzte er sich über das Online-Coaching und die App der DAK für pflegende Angehörige und für die Unterstützung von demenziell Erkrankten im häuslichen Umfeld in Kenntnis.

Weitere Informationen:

  • http://www.dialogforum-demenz.de/

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