Design-Elememt

10. Mai 2019

Schlaganfall: Im Notfall richtig handeln

 
Heute ist der Tag gegen den Schlaganfall: Mehrere Faktoren erhöhen das Risiko, einen Gehirnschlag zu erleiden, um das 20-Fache, wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) informiert. Welche Symptome auf einen Schlaganfall hindeuten und was man im Ernstfall tun muss.

Schnelles Handeln bei einem Schlaganfall ist wichtig, um Leben zu retten und Folgeschäden zu vermeiden. (© iStock / TefiM)
Etwa 270.000 Menschen pro Jahr erleiden nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe einen Gehirnschlag. „Jeder kann durch einen gesunden Lebensstil und Medikamententreue sein persönliches Schlaganfallrisiko deutlich senken“, sagt Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Gefäßverkalkungen als Gefahr

Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern oder Fettstoffwechselstörungen, aber auch Rauchen und Bewegungsmangel erhöhen laut DGN die Gefahr eines Schlaganfalls. Der Grund: Gefäße verkalken. In der Folge können Verschlüsse oder Verengungen von Blutgefäßen dazu führen, dass Hirnareale nicht mehr genügend mit Sauer- und Nährstoffen versorgt werden. 83 Prozent der Schlaganfälle sind solch ischämischer Natur, sie werden auch als Hirninfarkte bezeichnet. Ein weiterer Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle ist eine bestimmte Form der Herzrhythmusstörung, die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern. Ebenso steigern Alkoholkonsum, psychischer Stress oder Depressionen das Schlaganfallrisiko. Neben den ischämischen gibt es die hämorrhagischen Schlaganfälle, auch Hirnblutungen genannt. Ihr Anteil liegt bei etwa 17 Prozent. Wichtigster Risikofaktor ist hier der Bluthochdruck.

Schnelles Handeln ist essenziell

„Schlaganfälle sind – neben Herzinfarkten und Krebserkrankungen – nicht nur Todesursache Nummer eins in Deutschland, sondern auch die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter“, sagt Dr. Torsten Stein, Ärztlicher Direktor an der BDH-Klinik Greifswald. Er rät dazu, im Ernstfall schnell zu handeln. Bei einem Schlaganfall kommt es laut Dr. Stein zu neurologischen Ausfällen wie etwa Sprachstörungen, Schwindel oder Lähmungserscheinungen. Weitere Anzeichen sind ein herabhängender Mundwinkel, Sehstörungen, Gangunsicherheit sowie starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen. Um Folgeschäden zu vermeiden, ist es von zentraler Bedeutung, dass schnell eine Behandlung eingeleitet wird. Ein akuter Schlaganfall muss mit der gleichen Notfall-Priorität behandelt werden wie ein akuter Herzinfarkt: Es muss sofort der Rettungsdienst (112) gerufen werden.

Checkliste hilft Laien, Symptome zu erkennen

Aufschluss darauf, ob ein Schlaganfall vorliegt, kann der sogenannte FAST-Test geben: Dabei steht FAST für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit):

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Sinkt ein Arm herab oder dreht sich, hat die Person vermutlich eine Lähmung.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Kann sie das nicht oder klingt die Stimme „verwaschen“, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Rufen Sie sofort einen Krankenwagen und äußern Sie Ihren Verdacht.


„Wenn möglich, bleiben Sie bitte bis zum Eintreffen des Notarztes bei dem Patienten“, sagt Stein. „Geben Sie ihm nichts zu essen oder zu trinken, denn der Schluckreflex könnte gestört sein. Dann droht Erstickungsgefahr. Entfernen Sie stattdessen alles aus der Mundhöhle, dazu gehören Essensreste ebenso wie Zahnprothesen, und bringen Sie den Patienten in die stabile Seitenlage. Dann haben Sie alles getan, was in Ihrer Macht steht. Für alles Weitere sind dann die Experten aus den Akut- und Rehakliniken zuständig.“
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Der digitale Patient - Was bedeutet das eigentlich?", am 28.05.2019 in Hannover
weiterlesen

Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
weiterlesen