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Viele Hepatitis-Infektionen bleiben unbemerkt

Am Sonntag findet der Welt-Hepatitis-Tag unter dem Motto „Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen“ statt. Obwohl es wirksame Schutzmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten gibt, sind die meisten Infektionen noch nicht diagnostiziert, informiert die Deutsche Leberhilfe. Welche verschiedenen Formen von Hepatitis gibt es?

Der Welt-Hepatitis-Tag sollen helfen, noch unentdeckte Patienten zu finden.

Hepatitis heißt übersetzt Leberentzündung und kann laut Deutscher Leberhilfe viele verschiedene Ursachen haben. Sehr oft seien die Viren Hepatitis A, B, C, D oder E für diese Art von Entzündung verantwortlich. Es gebe jedoch auch Leberentzündungen, die durch Medikamente, Giftstoffe, Alkohol, Übergewicht oder eine Fehlsteuerung des Immunsystems hervorgerufen werden – anders als virale Hepatitiden sind diese Erkrankungen nicht ansteckend.

Die Leber erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben: Sie entgiftet das Blut und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel sowie bei der Verdauung, Immunabwehr und Blutgerinnung. Bei einer Hepatitis – egal ob viral oder nichtviral – werden Leberzellen zerstört, erklärt die Deutsche Leberhilfe weiter. Wenn die Krankheit chronisch werde, können sich durch die jahrelange Zellzerstörung Narben und eine sogenannte Leberfibrose bilden. Ist die Leber vollständig vernarbt – auch Leberzirrhose genannt – sind die lebenswichtigen Funktionen stark eingeschränkt und es kann sich zudem ein Leberzellkrebs entwickeln. Mit einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung lassen sich diese Spätfolgen jedoch oft verhindern.

Oft keine Symptome bei Infektion
Besonders tückisch: Die Leber hat kein Schmerzempfinden und bekannte Hepatitis-Symptome wie etwa Gelbsucht treten nur bei einer Minderheit der Betroffenen auf. Viele Hepatitis-Infektionen bleiben lange Jahre unbemerkt. Oft gibt es keine oder nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Gelenkbeschwerden. Ein typisches Symptom ist beispielsweise eine Gelbfärbung der Haut oder der Augen, das aber nicht jeder Mensch mit Hepatitis entwickelt. Auch erhöhte Leberwerte können ein erster Hinweis sein, aber nicht jeder Hepatitis-Kranke hat auffällige Leberwerte. Auf der Webseite www.lebertest.de/ können Interessierte anonym herausfinden, ob es bei ihnen Risikofaktoren für eine Hepatitis-Infektion gibt.

Deutschland hinkt beim Screening hinterher
Während die chronische Hepatitis-B-Infektion bereits gut kontrollierbar, aber selten heilbar ist, ist Hepatitis C heute praktisch immer heilbar und könnte weltweit eingedämmt werden. Die Bundesrepublik Deutschland ist vorbildlich beim Therapiezugang, aber liegt beim Screening hinter anderen Ländern: Nach wie vor ist von einer großen Dunkelziffer von Menschen mit unentdeckter Hepatitis B und C auszugehen und es gibt kaum Bemühungen, dies zu ändern. Derzeit rechnet die WHO deshalb nicht damit, dass Deutschland die bis 2030 gesteckten Eindämmungsziele erreichen kann.

Unentdeckte Patienten finden
Durch den Welt-Hepatitis-Tag sollen die noch unentdeckten Patienten gefunden werden, um diese frühzeitig zu behandeln, vor Spätfolgen zu bewahren und Neuinfektionen einzudämmen. Die World Hepatitis Alliance ist der globale Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages, in Deutschland organisiert die Deutsche Leberhilfe den Aktionstag. Weitere Informationen rund um den Welt-Hepatitis-Tag finden Sie auf www.welthepatititstag.info