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Der Patient bestimmt, was in die ePA kommt

Berlin (pag) – Das am 3. Juli verabschiedete Patientendatenschutzgesetz (PDSG) markiert einen Meilenstein im Großprojekt Digitalisierung des Gesundheitswesens. Im Kern geht es um die elektronische Patientenakte, auf die ab 2021 jeder gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch hat.

Krankenkassen müssen ihren Versicherten ab 2021 eine ePA anbieten.

Lange hat es gedauert, bis alle rechtlichen Fragen geklärt waren, aber nun ist es Gesetz. Der Bundestag hat am Freitag, 3. Juli, das PDSG verabschiedet.
Nicht umsonst kommt in diesem Gesetz der „Patient“ im Namen vor. Und das steht drin: Krankenkassen müssen ihren Versicherten ab 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten, die nach und nach mit Inhalten gefüllt wird. Die Zugriffsrechte auf die ePA können durch die Versicherten ab dem ersten Jahr geregelt werden, zunächst allerdings nur generell, ab Januar 2022 aber passgenau. Ab dann haben Versicherte auch einen Anspruch darauf, dass Ärzte die Patientendaten dort eintragen.

Die ePA wird nach und nach befüllt
Die Versicherten bestimmen, welche Daten gespeichert oder gelöscht werden. In der ePA sollen zum Beispiel Befunde, Arztberichte oder Röntgenbilder gespeichert werden, aber auch ab 2022 der Impfausweis, der Mutterpass, die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder (U-Heft) und das Zahn-Bonusheft. Zudem werden künftig Überweisungen zu Fachärzten auf elektronischem Weg übermittelt. Die Zettelwirtschaft soll der Vergangenheit angehören. Bei einem Wechsel der Krankenkasse können die Versicherten ihre Daten ab 2022 aus der ePA übertragen lassen. Elektronische Rezepte werden künftig mit einer App auf ein Smartphone geladen und in der Apotheke eingelöst.

Teil der Telematikinfrastruktur
Die App für das eRezept wird Teil der Telematikinfrastruktur und soll im Laufe des Jahres 2021 zur Verfügung stehen. Es werden außerdem Regelungen getroffen, um der Pflege den Zugang zur ePA und zur Telematikinfrastruktur zu ermöglichen. Die Anwendung der elektronischen Patientenakte ist freiwillig. Wer sie selbst nicht nutzen will oder kann, erhält weitreichende Möglichkeiten, Vertreter zu bestimmen. Das Aufstellen von Terminals in Krankenkassen hat es nicht ins Gesetz geschafft, weil es als zu aufwändig angesehen wurde. Stattdessen soll die gematik mit Patientenverbänden und der Selbsthilfe klären, was noch erforderlich ist, um die Nutzung der ePA breit zu ermöglichen.