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6. November 2018

Patientensicherheit bleibt in Warteschleife

 
Berlin (pag) – Um die Patientensicherheit – also die fehler- und schadensfreie ärztliche Behandlung – bei der Arzneimitteltherapie zu verbessern, braucht es einen Medikationsplan nicht in Papier-, sondern endlich in elektronischer Form. Das sind Forderungen auf dem 5. Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie in Berlin.

Bislang gibt es den Medikationsplan nur in Papierform. (© pag, Fiolka)
Ein Instrument zur Arzneimitteltherapiesicherheit ist der bundeseinheitliche Medikationsplan, auf den Versicherte, die ständig mehr als drei Arzneimittel einnehmen müssen, seit 2016 einen Anspruch haben. Bislang gibt es ihn allerdings nur in Papierform. Der Aufwand für Haus- und Fachärzte, ihn zu pflegen und vor allem zu aktualisieren, ist ohne wirkliche EDV-Unterstützung hoch. Für chronisch kranke Patienten bleibt das nicht ohne Folgen: Nach dem Besuch mehrerer Fachärzte habe man „in ganz kurzer Zeit“ fünf verschiedene Pläne, sagt Hannelore Loskill, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Abhilfe und Verbesserungen könnte hier die elektronische Form des Medikationsplans bringen.

Vernetzung zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern

Loskill wie auch andere Kongressteilnehmer fordern zudem, die für die Arzneimitteltherapiesicherheit nötige Vernetzung und den erforderlichen Austausch zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern nicht nur auf Modellprojekte zu beschränken – diese sollen flächendeckend eingeführt werden. Loskill fordert dahingehend eine konzertierte Aktion. Des Weiteren müsse endlich geregelt werden, wie man mit dem bundeseinheitlichen Plan umgeht: „Wer ist der Hauptverantwortliche bei der Erstellung des Plans, der Haus- oder Facharzt?“, will Harald Dormann, Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, wissen.

Weiteres Ziel: Digitale Packungsbeilage

Das elektronische Rezept soll ein weiterer Schritt sein, um die Kommunikation zu verbessern. Ein Vertreter des BMG kündigt während des Kongresses an, dass dies „schneller als 2020“ eingeführt werden soll. „Wir wollen bis Ende 2019 die Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Thomas Müller vom BMG. Außerdem in Arbeit im Ministerium: die digitale Packungsbeilage, für die im Rahmen eines Projektes von Pharmaunternehmen, Verbänden, Apotheken, Patientenorganisationen und Arzneimittelzulassungsbehörden ein Konzept erarbeiten. Ziel sei es, so Müller, „behördlich genehmigte Texte“ für alle Patienten lesbar, werbefrei und aktuell zur Verfügung zu stellen.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Digitalisierung im Gesundheitswesen – Status quo und Ausblick", 21.11.2018, Berlin
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Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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