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Patienten und Pharma: 10 Jahre Transparenz

Die Mitgliedsunternehmen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie (FSA) veröffentlichen zum zehnten Mal ihre finanziellen Leistungen an Organisationen der Patientenselbsthilfe. Sie ziehen eine positive Bilanz.

v.l.: Dr. Holger Diener, Geschäftsführer FSA;
Udo Schauder, Head of Public Affairs Diabetes & Cardiovascular von Sanofi-Aventis Deutschland und Vorsitzender vfa-Unterausschuss Patienten;
Hannelore Loskill, Bundesvorsitzende BAG SELBSTHILFE; Dr. Uwe Broch, Geschäftsführer Justiziariat des vfa; Peter Solberg, Vorstandsvorsitzender FSA.
Die Leistungen für das Jahr 2018 sind im Rahmen der Veranstaltung „10 Jahre Transparenz“ bekannt gegeben worden: Sie betrugen etwa 7,2 Millionen Euro. Die Veröffentlichungen im Rahmen des Kodex würden die Unabhängigkeit der Patientenorganisationen belegen, betont FSA-Vorstandsvorsitzender Peter Solberg und ergänzt: „Das Wohl von Patientinnen und Patienten steht für die FSA-Mitglieder an erster Stelle.“ Hannelore Loskill, Bundesvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen, stellt in ihrer Ansprache heraus: „Patientenorganisationen wissen, wie Patienten und ihre Angehörigen Krankheiten erleben und sollten auch weiterhin von allen Beteiligten im Gesundheitswesen unterstützt werden.“ Deutschlandweit würden sich mehr als 70.000 Patientenselbsthilfegruppen engagieren.

Therapieoptionen immer komplexer

FSA-Geschäftsführer Dr. Holger Diener hebt ebenfalls die wichtige Rolle der Selbsthilfe hervor: „Die Therapieansätze,- optionen und die daraus resultierenden Arzneimittel werden immer komplexer und damit auch erklärungsbedürftiger. An dieser Schnittstelle leisten Patientenorganisationen einen unerlässlichen Beitrag“, sagt er. Die im Vergleich zu 2017 gestiegene Höhe der Zuwendungen belege den Wert, den Pharmaunternehmen der Arbeit der Patientenselbsthilfe zuschreiben würden. Der FSA-Kodex stelle sicher, dass die finanziellen Leistungen auf ethischer Grundlage erfolgten. „Die Entscheidung zur Transparenz war der richtige Schritt. Sie hat nachhaltiges Vertrauen in den notwendigen Austausch zwischen der Industrie und den Patientenorganisationen geschaffen,“ erklärt Diener weiter. Diese Transparenz werde nicht vom Gesetzgeber gefordert.

Kooperation wird transparent

Dr. Uwe Broch, Geschäftsführer Justiziariat des Verbands Forschender Pharmaunternehmen (vfa), stellt klar: „Der vfa macht sich für die Einhaltung ethischer Verhaltensweisen und für Transparenz bei der Zusammenarbeit mit allen Partnern im Gesundheitswesen stark. Das gilt selbstverständlich auch bei der Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen“, sagt er. Udo Schauder, Head of Public Affairs Diabetes & Cardiovascular von Sanofi-Aventis Deutschland und Vorsitzender im vfa-Unterausschuss Patienten, erläutert, dass sowohl Patientenorganisationen als auch pharmazeutische Unternehmen von der Zusammenarbeit profitieren würden: „Die Selbsthilfeorganisationen erhalten Unterstützung und Hilfestellung, die Unternehmen wiederrum bekommen einen Einblick in Krankheitsbilder und Praxiserfahrungen bei der Anwendung von Arzneimitteln.“ Dass diese Kooperation durch den Kodex transparent werde, sei für die Unternehmen eine Selbstverständlichkeit.

Der FSA-Kodex besteht seit 2008, seit 2009 werden die Leistungen publiziert. Bereits zum dritten Mal gibt es eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank über die Leistungen wie etwa Sponsering von Veranstaltungen oder die Übernahme von Druckkosten für Informationsmaterialien.