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Tag des Patienten: Mehr Barrierefreiheit gefordert

Der kommende Sonntag, 26. Januar, widmet sich den Patienten: Dabei steht Barrierefreiheit in Krankenhäusern im Mittelpunkt. Gesundheitseinrichtungen in ganz Deutschland beteiligen sich mit Infoständen, Vorträgen und Hotlines.

Barrierefreiheit im Krankenhaus bedeutet uneingeschränkter Zugang zu relevanten Klinikbereichen.„Barrierefreiheit ist eine zentrale Voraussetzung dafür, allen Patientinnen und Patienten einen ungehinderten Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen“, sagt Prof. Claudia Schmidtke, Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Längst nicht alle Krankenhäuser seien barrierefrei zu erreichen.

Barrierefreiheit im Krankenhaus müsse sowohl im baulichen Bereich mit uneingeschränktem Zugang zu relevanten Klinikbereichen als auch digital mit benutzerfreundlichen Websites gewährleistet werden. Erst dann könnten Barrieren für Menschen mit Sehbehinderung, Gehörlose und Schwerhörige überwunden werden, informiert die Initiative Patientendialog, die unter anderem vom Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern und dem Bundesverband Beschwerdemanagement in Gesundheitseinrichtungen getragen wird.

Beschwerdemanagement und offene Fehlerkultur

Kurze Wege zu patientenrelevanten Einrichtungen wie dem Beschwerdemanagement und der Patientenfürsprache seien ebenfalls relevant. Beide Einrichtungen dienen Patienten und Angehörigen als Anlaufstelle für Lob und Beschwerden und sollen mit einer offenen Fehlerkultur dazu beitragen, die Qualität in Kliniken zu verbessern.
„Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Architektur und einer Rollstuhlrampe“, sagt Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Barrierefreiheit bedeutet vielmehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ Dies betreffe gut und eindeutig erkennbare Beschilderung, durchschaubare Anmeldeprozesse oder eine verständliche Webseite. Aus seiner Sicht dürfen auch Patientenrechte im Zusammenhang mit Barrierefreiheit nicht fehlen. Ein erreichbares und neutrales Beschwerdemanagement gehöre genauso dazu wie die wichtige Arbeit der Patientenfürsprecher. „Denn nur unter solchen Bedingungen finden Patienten ideale Voraussetzungen für den Genesungsprozess“, meint Dr. Gerald Gaß.

Orientierung für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen

Rund 30 Kliniken haben sich für den Tag des Patienten am 26. Januar 2020 angemeldet, der Großteil aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Das Klinikum Dortmund Nord bietet am 31. Januar im Eingangsbereich interaktive Aktionen wie einen Rollstuhl-Parcours und Orientierung für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen. Die Universitätsmedizin Göttingen lässt Besucher per Simulation im Zeitraffer altern und macht damit Alterserkrankungen wie Sehschwäche und Muskelschwund sowie chronische Erkrankungen erlebbar. Das Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken (Bayern) stellt die Selbsthilfegruppe Hörgeschädigte, den Blindenbund, die Selbsthilfegruppe Chronische Schmerzen und die Selbsthilfegruppe Parkinson vor. Im Klinikum Main-Spessart besuchen Patientenfürsprecher Patienten auf den einzelnen Stationen, um auf die Funktion ihres Amtes aufmerksam zu machen. Darüber hinaus gibt es Vorträge, Infoveranstaltungen und Telefonhotlines zu den Themen Patientenrechte und Barrierefreiheit.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Hier finden Interessierte eine Landkarte sowie eine Übersicht, welche Klinik in ihrer Nähe dabei ist.