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Was Patienten 2021 erwartet

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran und bringt im kommenden Jahr einige Neuerungen, die den Alltag für Patienten und Patientinnen erleichtern. Und auch abseits des Digitalen gibt es einige Veränderungen.

Elektronische Patientenakte: Zuerst nur eingeschränkte Funktionen

Die elektronische Patientenakte (ePA) stellen die Krankenkassen ihren Versicherten ab Januar zur Verfügung. Zunächst enthält sie Befunde, Arztberichte oder Röntgenbilder, 2022 sollen dann auch Dokumente wie der Impfausweis, der Mutterpass, die gelben U-Hefte für Kinder und das Zahnarzt-Bonusheft hinzukommen. Außerdem wird zu Beginn nicht jede Praxis in der Lage sein, die ePA zu befüllen. Die Versicherten entscheiden, welche Daten gespeichert oder wieder gelöscht werden und wer auf sie Zugriff hat. Im ersten Jahr können sie aber nicht über einzelne Dokumente in der Akte verfügen, sondern haben nur die Wahl, Leistungserbringern entweder alle oder gar keine Informationen zur Verfügung zu stellen. Ein Zugriffsmanagement auf Dokumentenebene soll erst ab 2022 möglich sein. Mehr Infos...

Erster Schritt zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Ab Januar müssen Patienten ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) nicht mehr selbst an die Krankenkasse senden. Die AU-Bescheinigung für die Krankenkasse wird digitalisiert und vom Arzt elektronisch übermittelt. Ab 2022 sollen Arbeitgeber die Krankschreibung dann elektronisch bei den Kassen abrufen können. Mehr Infos...

GKV: Beiträge steigen leicht und kürzere Vertragslaufzeiten

Der Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt zum Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent. Der Gesamtbeitrag liegt dann bei 15,9 statt 15,7 Prozent. Der Zusatzbeitrag wird jährlich vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt. Es handelt sich hierbei allerdings um eine Richtgröße, das heißt, nicht jede Kasse muss diese Anhebung an ihre Kunden weitergeben.

Der Wechsel in eine andere Krankenkasse soll ab dem neuen Jahr erleichtert werden. Kunden können dann bereits nach 12 Monaten, statt wie bisher 18 Monaten, ihre Kasse wechseln. Der Prozess soll zusätzlich entbürokratisiert werden. Ein Kündigungsschreiben ist nicht mehr nötig, man muss lediglich die neue Kasse auswählen und den Beitritt erklären. Die Kündigung an den bisherigen Versicherer erfolgt automatisch und elektronisch. Auch der Arbeitgeber wird digital über den Wechsel informiert.

Heilmittelbehandlung kann 28 Tage nach Verordnung starten

Zum Januar tritt die überarbeitete Heilmittelrichtlinie in Kraft. Stichtag war ursprünglich der 1. Oktober 2020, da die entsprechend angepasste Praxisverwaltungssoftware aber noch nicht ausreichend verfügbar war, musste der Start um drei Monate verschoben werden. Die neue Richtlinie bringt zwei wichtige Änderungen. Der Beginn von Heilmittelbehandlungen wie Krankengymnastik, Logopädie oder Physiotherapie kann zukünftig bis zu 28 Tage nach der Verordnung erfolgen, bisher waren es nur 14 Tage. In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass angesichts knapper Termine ein Behandlungsbeginn innerhalb dieses Zeitfensters nicht immer möglich war. Besteht dringender Bedarf, die Heilmitteltherapie früher zu beginnen, kann der Arzt das auf der Verordnung ankreuzen.

Außerdem wird die im Heilmittelkatalog angegebene Höchstmenge an Behandlungen zukünftig ein Orientierungswert sein. Bei Bedarf können Ärzte weitere Einheiten verordnen, ohne vorherige Genehmigung der Krankenkasse.

eRezept: QR-Code statt Papier

Ab Juli nächsten Jahres soll das eRezept eingeführt werden und innerhalb von sechs Monaten das Modell aus Papier ablösen. Auch die Bereitstellung des Folgerezepts soll dann online möglich sein und der damit verbundene Arztbesuch überflüssig werden. In der Arztpraxis soll das Rezept in Form eines QR-Codes für Patienten ausgestellt werden. Diese können dann entscheiden, ob sie es auf einer App abrufen oder lieber einen Ausdruck erhalten wollen. Mit der App können sich Versicherte direkt nach dem Arztbesuch über die Verfügbarkeit des Medikaments in der Apotheke ihrer Wahl erkundigen. Zum Abholen des Medikaments wird der QR-Code in digitaler oder ausgedruckter Form in der Apotheke vorgezeigt. Die Informationen des Rezepts sind verschlüsselt und können vom Patienten und Apotheker abgerufen werden. Mehr Infos...

Übergangsfrist für Masernimpfung endet

Am 31. Juli endet die Übergangsfrist zum Nachweis der Impfung gegen Masern in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen alle Kita- und Schulkinder sowie Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten, nachweisen, dass sie geimpft sind. Die Impfpflicht ist im März 2020 in Kraft getreten, seitdem müssen Kinder, die neu an eine Schule oder Kita kommen, bereits ihren Impfstatus nachweisen. Kinder unter einem Jahr können auch ohne Nachweis zur Betreuung aufgenommen werden. Ab einem Jahr müssen die Eltern belegen, dass ihr Kind wenigstens eine Masernschutzimpfung erhalten oder die Masern gehabt hat. Ab einem Alter von zwei Jahren muss der vollständige Masernimpfschutz durch die Eltern nachgewiesen werden. Mehr Infos...

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