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3. Januar 2019

Was sich für Patienten und Versicherte zum Jahresbeginn ändert

 
Durch die komplett paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern werden 2019 Millionen gesetzlich Versicherte entlastet. Pflegende Angehörige sollen leichter auf Kur gehen können und bei freiwillig versicherten Selbstständigen mit geringen Einkommen sinken die Mindestbeiträge deutlich.

Vom Versichertenentlastungsgesetz profitieren auch hauptberuflich Selbstständige. (© iStock / AlexRaths)
Bereits am 1. Januar tritt das Versichertenentlastungsgesetz in Kraft. Es regelt unter anderem die angepasste Finanzierung der Krankenkassenbeiträge. Bisher teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur den Sockelbeitrag von 14,6 Prozent des Einkommens. Mit Jahresbeginn wird auch der individuelle Zusatzbeitrag gleichmäßig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt. Er liegt im Schnitt bei einem Prozent, wie die Unabhängige Patientenberatung (UPD) informiert. Durch die Neuregelung werde nicht jede Krankenkasse automatisch günstiger, da Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag individuell festlegen. Wichtig: Jeder Versicherte habe – unter Beachtung gültiger Fristen – die freie Wahl unter allen gesetzlichen Krankenkassen. Wechselwillige sollten sich vorab gut informieren und neben den Kosten beispielsweise Satzungsleistungen und die Service-Angebote der Kassen mit den eigenen Wünschen abgleichen, erklärt die UPD. Auch Rentner haben einen Nutzen davon: Sie teilen sich den Zusatzbeitrag mit ihrer Rentenversicherung. Genau wie Arbeitnehmer tragen sie derzeit den kompletten Zusatzbeitrag für die Krankenkasse selbst.

Entlastung von Selbstständigen

Vom Versichertenentlastungsgesetz profitieren auch hauptberuflich Selbstständige. Sie gelten in der gesetzlichen Krankenversicherung als Selbstzahler und entrichten allein den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Der Gesetzgeber kommt den Selbstständigen ab 2019 entgegen und stellt sie bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten gleich. Die einheitliche Mindestbemessungsgrundlage beträgt dann 1.038,33 Euro. Damit sinkt der monatliche Mindestbeitrag für die Krankenversicherung um mehr als die Hälfte auf rund 160 Euro. Zudem soll bei der Beitragsbemessung nicht mehr zwischen haupt- und nebenberuflich Selbstständigen unterschieden werden. Aus Sicht der UPD gehe der Gesetzgeber mit der Entlastung von Selbstständigen ein Problem an, das im Beratungsalltag präsent sei. „In ihrer Rückmeldung zu Problemlagen hat die Patientenberatung den Gesetzgeber wiederholt auf die von Betroffenen als finanzielle Überforderung erlebte Situation hingewiesen“, sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD.

Wegfall des Grundsatzes „ambulant vor stationär“

Die tagtägliche Beanspruchung fordere pflegenden Angehörigen viel ab – häufig mehr, als sie auf Dauer leisten können, bekräftigt die UPD. Rückenschmerzen und psychische Störungen seien unter ihnen weit verbreitet. Laut UPD wissen viele Menschen nichts von ihrem Anspruch auf Reha- und Vorsorgemaßnahmen, zusätzlich sei dieses Anrecht oft schwer in den Alltag integrierbar.
Bisher mussten vor der wirksamen Verschreibung einer Kur zunächst alle ambulanten Maßnahmen ausgeschöpft werden. Das hat der Gesetzgeber seit Anfang 2019 nun geändert. Durch den Wegfall des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ sollen pflegende Angehörige zukünftig einfacher eine Auszeit von drei Wochen nehmen können, bei der nach oft langanhaltender Überforderung die eigene Gesundheit wiederhergestellt werden könne. Dazu sei eine ärztliche Verordnung mit Attest nötig, sagt Krumwiede. „Aus unserer Beratungspraxis wissen wir allerdings auch, dass uns Ratsuchende immer wieder von der Schwierigkeit berichten, für diese Auszeiten eine aus ihrer Sicht adäquate Versorgung für die Pflegebedürftigen zu finden“, ergänzt der Experte.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Dekade gegen den Krebs – Programm – Ideen – Konzepte", am 19.02.2019 in Berlin
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Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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