Design-Elememt

8. November 2017

Testpersonen gesucht

Wie gut ist der digitale Beipackzettel?

 
Wie kann im Zeitalter der Digitalisierung der Beipackzettel von Medikamenten aussehen? Dazu hat ein Konsortium aus Verbänden, Behörden und Pharma-Unternehmen vor einem Jahr das Projekt „Gebrauchsinformation 4.0“ gestartet. Jetzt können Patienten das Informationsangebot testen.

Die Gebrauchsinformation auf dem Handy (© pag/Fiolka)
Ziel der Initiative ist es, den Beipackzettel aus Papier zu einer digitalen Information weiterzuentwickeln, um sie Patienten besser verfügbar zu machen. Künftig soll die Gebrauchsinformation über das Smartphone und eine Website abrufbar sein. Wer nicht online ist, soll einen Ausdruck in der Apotheke erhalten können. Die Vorteile der elektronischen Form: Der digitale Beipackzettel kann - anders als die gedruckte Packungsbeilage - ständig aktualisiert werden. Der Text lässt sich in unterschiedlichen Schriftgrößen anzeigen, was Menschen mit eingeschränkter Sehkraft zugutekommt. Und die Information kann dem Anwender nicht verloren gehen oder versehentlich weggeworfen werden. All das bietet Patienten echten Mehrwert und erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit, sind die Initiatoren überzeugt.

Digitaler Beipackzettel: Patienten können testen

In einem ersten Schritt haben die Partner des Konsortiums gemeinsame Standards für die IT-Infrastruktur definiert. Jetzt soll die Gebrauchsinformation 4.0 auf ihre Praxistauglichkeit und Nutzerfreundlichkeit überprüft werden. Gesucht werden dazu Patienten, die die Initiative auf einer Internet-Seite erproben. Die Testpersonen können dadurch ein einfaches, modernes und überall abrufbares System mit jederzeit aktuellen Gebrauchsinformationen nutzen. Und sie können an der weiteren Gestaltung des modernen Beipackzettels aktiv mitwirken und dafür sorgen, dass er noch anwender- und patientenfreundlicher wird. Die Umfrage dauert keine fünf Minuten und ist anonym. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich verläuft, soll das Angebot dieser „digitalen Beipackzettel“ dauerhaft Patienten bei der Medikamentenanwendung unterstützen.

Wie funktioniert die digitale Gebrauchsinformation 4.0?

Auf der Webseite www.gebrauchsinformation4-0.de werden in ein Suchfeld der Name des Arzneimittels oder die sogenannte Pharmazentralnummer (PZN) eintragen, die auf der Packung aufgedruckt ist. Die erscheinende Gebrauchsinformation kann leicht mit den Standardmitteln des Browsers vergrößert und verkleinert werden (Tastenkombination Strg+Plus oder Strg+Minus). Über einen Klick auf das Druckersymbol in der jeweiligen Gebrauchsinformation gelangt man zur Webansicht der PDF-Datei, die heruntergeladen oder ausgedruckt werden kann. Zusätzlich kann der Text nach Stichwörtern durchsucht werden, zum Beispiel wenn man direkt erfahren möchte, wie sich das Medikament in der Schwangerschaft auswirkt (Klick auf das blaue Feld „auf dieser Seite suchen“). Derzeit beteiligen sich 16 Unternehmen mit einem Bestand von ca. 4.000 einzelnen Texten. Deshalb kann es vorkommen, dass einzelne Arzneimittel nicht auf der Webseite verfügbar sind. Eine Liste gibt Orientierung darüber, welche Medikamente enthaltenen sind. Wenn das Projekt in den Routinebetrieb überführt wird, sollen alle Medikamente gelistet sein.

Möchten Sie den neuen Service erproben?

Die Webseite des Projekts ist unter www.gebrauchsinformation4-0.de zu finden. Wenn Sie den neuen Service bewerten möchten, schreiben Sie eine Mail an Frau Bejeuhr vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) unter g.bejeuhr@vfa.de, um die erforderlichen Zugangsdaten zu erhalten.

Wer beteiligt sich an dem Projekt?

An dem Pilotprojekt beteiligt sind folgende Partner: Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Rote Liste Service GmbH, Patientenorganisationen, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Apotheken und die pharmazeutischen Firmen AbbVie, Bayer, Boehringer Ingelheim, DESITIN, Grünenthal, Hexal, Janssen-Cilag, Merck Serono, MSD, Mylan dura, Novartis, Pfizer, Roche, Sanofi-Aventis, TAD und Takeda.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen sind über Frau Bejeuhr vom vfa erhältlich (g.bejeuhr@vfa.de.)
Digitorial

Literaturtipps
Cover Spork

"Gesundheit ist kein Zufall.'" von Peter Spork
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Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "11. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit" vom 27.-28.11.2017 in Berlin
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