Design-Elememt

30. März 2017

Health Apps

Welche ist die Richtige für mich?

 
(© Getty)

Health Apps sind kleine Gesundheitsservices, die speziell für die Verwendung auf dem Smartphone oder Tablet entwickelt worden sind.

Dort können sie genutzt werden, um Vitalwerte zu erheben, zu dokumentieren oder auszuwerten. Sie machen es möglich, dass man sich unabhängig von Ort und Zeit zu Krankheiten, Symptomen, Risikofaktoren informieren kann und das eigene Gesundheitsverhalten darauf abstimmen kann.

Ebenfalls ist es möglich, individuelle Behandlungs- und Trainingspläne zu erstellen oder aber die eigenen gesundheitsbezogenen Informationen zu verwalten und bei Bedarf mit dem behandelnden Arzt zu teilen.

Besonders praktisch dabei ist, dass diese Informationen jederzeit und an jedem Ort abrufbar sind und somit unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden können.

Health Apps arbeiten relativ einfach. Nach dem Download wird der Nutzer aufgefordert, verschiedene Angaben zu seiner Person, wie z.B. Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht, Puls, Aktivitätslevel, Trink-, Rauch- und Ruheverhalten zu machen.

Mithilfe von Skalen und Grafiken lassen sich diese Daten spielend leicht eingeben und werden ab sofort von der App gespeichert und in regelmäßigen Abständen ausgewertet und analysiert.

Der Nutzer hat auf diese Auswertungen und Analysen jederzeit Zugriff und erhält außerdem Tipps und motivierende Nachrichten, die ihm dabei helfen sollen, seine Trainings- oder Therapieziele zu erreichen.

Manche Apps machen es außerdem möglich, in regelmäßigen Abständen neue Daten einzugeben, wie z.B. in welcher Stimmung der Nutzer gerade ist oder wie er sich fühlt.

Andere Apps erheben eigenständig Daten. Dies geschieht über Sensoren oder Messgeräte, die am Körper getragen werden, und z.B. regelmäßig die Herzfrequenz, die Hauttemperatur, den Hautwiderstand, die Schweißbildung, den Blutdruck oder aber den Blutzucker erfassen und diese Daten an das mobile Gerät übermitteln.

(© vfa / adlerschmidt)



Health Apps können mit ihren unterschiedlichen Funktionen Patienten dabei unterstützen, ihre Krankheit sowie die Behandlung zu managen.

Ärzte können erhobene Vitalwerte auswerten, für ihre Patienten individuelle Behandlungspläne erstellen und ihre Patienten in Echtzeit coachen.

Informationen, die die App zur Verfügung stellt, kann Pflegepersonal dabei unterstützen, Patienten in Form von Bildern und Videos über die Erkrankung und Behandlung aufzuklären und den Patienten dabei zu unterstützen, die eigene Krankheit zu verstehen.

Coachs und Ernährungsberater können App-basiert individuelle Ernährungs- und Trainingspläne erstellen und die Umsetzung der empfohlenen Trainingseinheiten auswerten.


Welche Funktionen haben Health Apps?

Information

Mit Apps ist es möglich, sich über Krankheiten, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Coaching

Individuelle Trainings- und Behandlungspläne sowie Tipps und motivierende Nachrichten können dabei helfen, vereinbarte Therapie- oder Trainingsziele zu erreichen.

Verwalten

Allergiepass, Anamnesepass, Antibiotikapass, Augenpass, Medikamentenpass und Nothilfepass – Apps machen es möglich, alle Gesundheitspässe zusammen zu verwalten. Je nach App lassen sie sich sogar für den nächsten Arztbesuch ausdrucken.

Messen und Dokumentation

Vitalwerte wie Herzfrequenz, Blutdruck und Blutzucker, das eigene Befinden sowie fitnessrelevante Daten, wie gelaufene Kilometer, verbrauchte Kalorien oder Essenseinheiten lassen sich täglich dokumentieren und bei Bedarf auswerten.

Erinnerung

Mithilfe einer App kann man sich an Medikamenteneinnahmen, an Arztbesuche, ans Trinken oder aber ans Essen erinnern lassen.
(© vfa / adlerschmidt)




Wo können Health Apps zum Einsatz kommen?

Die Gesundheit in die eigene Hand nehmen

VorsorgeFrauengesundheitNotfall und Erste Hilfe
ImpfungenFrüherkennungsuntersuchungGiftnotruf
EntspannungstestsSchwangerschaftsvorsorgeÄrztlicher Bereitschaftsdienst
GedächtnistrainerMedikamentenerinnerungApothekennotdienst
VorosrgeuntersuchungenVerhalten im Notfall


ErnährungBewegung
DiäattagebuchSchrittzähler
ErnährungsratgeberTrainingspläne
RezepteSportprogramme
RezeptdatenbankÜbungen
EinkaufsplanerEnergieverbrauch
Einkaufscoach
Fettfallenfinder


Krankheit allgemeinKrankheit spezifisch
KrankheitsbilderTagebuch zur Eingabe von Blutzucker- und Blutdruckwerten
SymptomeMedikamentenanwendung
BehandlungsmöglichkeitenKörperliche Aktivitäten
Notizen zum aktuellen Befinden
Freiwillige Datenübermittlung an den Arzt


Welche Health App ist die richtige für mich?

Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Health Apps ist für den normalen Verbraucher unüberschaubar. Nicht jede App kann für jeden Zweck ingesetzt und verwendet werden, da sich die Funktionen an sich und der Umfang der Funktionen zum Teil erheblich unterscheiden.

Bevor sie sich für eine App entscheiden, sollten Sie herausfinden, was genau Sie mit der App erreichen möchten und was Sie dafür brauchen.

Grundsätzlich lassen sich drei unterschiedliche Kategorien von Health Apps unterscheiden:

Fitness & Lifestyle Apps

Apps, die eine gesunde Lebensweise unterstützen bzw. dabei helfen, diese aufrechtzuerhalten.

Medizinische Apps

Apps, die speziell für bestimmte Krankheitsbilder entwickelt worden sind und Patienten dabei helfen, die eigene Erkrankung zu verstehen und die eigene Lebensweise so zu verändern oder anzupassen, dass die Krankheit keine Behinderung des Alltagslebens darstellt.

Apps mit zusätzlicher Hardware

Apps, mit denen sich Vitalwerte erheben und auswerten lassen und die auf diese Weise häufig in der Diagnostik oder in der Überwachung von Krankheiten eingesetzt werden.

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Fitness Apps
  1. Erstellen eigener Trainingspläne
  2. Erklären von Übungen durch Lehr- und Trainings-Videos
  3. Statistiken, Rekorde und Fortschritte
  4. Austausch mit anderen Nutzern in einer Community
Mit Fitness Apps kann das individuelle Sport- und Bewegungsverhalten gemessen und ausgewertet werden.

Aus den Tagesauswertungen in Form von Grafiken und Tabellen kann leicht verständlich der individuelle Trainingsverlauf abgelesen und das eigene Bewegungsverhalten auf die selbst definierten Ziele angepasst werden.

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Medizinische Apps
  1. Dokumentation von Vitalparametern und Symptomen
  2. Auswertung der eigenen Gesundheitsdaten
  3. Symptomkontrolle
  4. Managen des eigenen Krankheitserlebens
  5. Medikamentenplaner und -erinnerung


Medizinische Apps sind sehr gut dazu geeignet, die eigenen Gesundheitsdaten und Vitalzeichen, wie Blutzucker, Blutdruck, und Herzfrequenz zu erheben, zu dokumentieren, auszuwerten und zu verwalten.

Häufig sind auch Informationen zur Erkrankung und ihrer Behandlung abrufbar, wodurch es möglich ist, das eigene Verhalten zu beobachten und entsprechende Strategien zur individuellen Krankheitsbewältigung zu ergreifen.

Inzwischen gibt es auch Apps mit zusätzlicher Hardware, mit denen es möglich ist, das Smartphone mit einer Waage, einer Blutdruckmanschette, einem Blutzuckermessgerät, Schrittzähler, Fieberthermometer, einem Brustgurt oder einem Pulsarmband zu kombinieren.

Die gemessenen Werte lassen sich dabei bequem über Bluetooth oder WLAN auf das Smartphone übertragen und durch die entsprechende App analysieren.

Diese Apps können sowohl von Patienten, wie auch von Ärzten dazu genutzt werden, Vitalwerte zu erheben und sie bequem auszuwerten und in den Gesamtkontext des Patienten zu setzen.

Apps mit zusätzlicher Hardware
  1. Verknüpfung der originären App mit ergänzendem Zubehör
  2. Datenübertragung via Bluetooth oder WLAN
  3. Messung von Vitalwerten


Auswahlkriterien für die richtige Health App

1. Was kann die Health App?

Welche Funktionen sind in der Beschreibung aufgelistet? Gibt es Bilder, aus denen hervorgeht, wie die Health App funktioniert? Gibt es Hinweise oder einen Link zur Webseite des Entwicklers, auf der mehr Informationen zu finden sind? Gibt es eine Kontaktmöglichkeit zu den Entwicklern und Anbietern der App? Können auf der Webseite Bewertungen hinterlassen werden?

Funktionen
Datenerfassung +++ Dokumentation von Vitalwerten +++ Erinnerungsfunktion +++ Unterstützung bei der Alltagsorganisation +++ Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung +++ Datenübermittlung +++ Gesundheitsservices +++ Austausch mit anderen Betroffenen


2. Arbeitet die Health App auf meinem Smartphone oder Tablet?

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Bevor Sie die App downloaden, sollten Sie in jedem Fall kontrollieren, ob die App auf Ihrem Smartphone oder Tablet läuft. Achten Sie dabei darauf, dass auch die Versionen der Software übereinstimmen und die unterschiedlichen Geräte synchronisierbar sind.

Besonders wichtig ist dies zum einen bei zusätzlichen Komponenten, wie z.B. Fitnessarmbändern, Blutzucker- oder Blutdruckmessgeräten, zum anderen aber auch bei den Apps, die direkt auf der Webseite des Herstellers herunterladbar sind.

3. Funktioniert die App, wann und wie ich sie brauche?

Wird die Health App in meiner Sprache angeboten?
Haben Sie die richtige Health App gefunden, achten Sie unbedingt darauf, ob die App in einer Sprache angeboten wird, mit der Sie vertraut sind. Die am häufigsten genutzten Sprachen sind dabei Englisch, Französisch, Holländisch und Deutsch.

Sind die Inhalte der App für meine Situation relevant?
Die Inhalte einiger Apps sind speziell für ganz bestimmte Erkrankungen oder Länder erstellt worden. So werden in einigen Ländern unterschiedliche Gewichts-, Längen oder Maßeinheiten verwendet. Dies kann für Nutzer anderer Länder verwirrend wirken, da die Informationen für den eigenen Kontext nicht passend und unbrauchbar sind.

Benötige ich eine Internet-Verbindung, wenn ich die App nutzen möchte?
Einige Apps arbeiten nur, wenn sie eine Verbindung ins Internet haben, andere wiederum arbeiten auch offline.

Gibt es einen Support oder Service, wenn man die App nutzt?
Wenn mit der App gearbeitet wird, kann es immer wieder vorkommen, dass Funktionen nicht richtig arbeiten und Fehlermeldungen angezeigt werden. Ein Support Service von Seiten des Anbieters oder aber durch die Community kann schnell dabei helfen, die Funktionalität der App wieder herzustellen.

(© Getty)


4. Die Kosten der App

Ist die App wirklich kostenfrei?
Krankenkassen, Pharmaunternehmen und die Hersteller von medizinischen Geräten stellen in der Regel Apps als kostenlosen Service und Download zur Verfügung.

Versteckte Kosten
Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass keine versteckten Kosten in Form von Gesundheits- oder Trainingsprogrammen oder aber kostenpflichtige Inhalte in Form von Abonnements auf Sie zukommen.

Laufzeit
Einige Apps sind nur für einen bestimmten Zeitraum kostenfrei. Möchte man sie darüber hinaus nutzen, ist es notwendig, ein kostenpflichtiges Update durchzuführen.

Werbung
Einige kostenlos angebotene Apps werden durch Werbung finanziert, die dem Anwender während der Nutzung angezeigt wird. Dies kann von Fall zu Fall als störend empfunden werden. Ob sich eine Health App mit Werbung finanziert, lässt sich selten vor dem Download feststellen.

5. Qualität der Health App

Wenn eine Health App genutzt werden soll, so geht es in der Regel darum, eigene Vitaldaten zu erheben, die eigene Krankheit zu managen, Therapieentscheidungen zu treffen oder den Behandlungsprozess zu unterstützen.

Bei der Entscheidung für die richtige App sollten Sie sich also auch die Frage stellen, auf welcher Grundlage die Inhalte der App entwickelt worden sind.

Kurzcheck
  • Wurde die App getestet und Probeläufe ausgewertet?
  • Wurde die App, bevor Sie gelauncht wurde, von Patienten getestet?
  • Wer hat die App entwickelt?
  • Wird der Anwender bei der Nutzung der App durch den Entwickler unterstützt?
  • Wo kann ich den Anbieter finden?
  • Wie kann ich den Anbieter kontaktieren?


6. Datenschutz und Privatsphäre

Health Apps sind so programmiert, dass sie je nach Funktionalität gesundheitsbezogene Daten erheben und abspeichern. Bei diesen Daten handelt es sich um besonders sensible Informationen, die auf besondere Weise geschützt und nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen.

Jede App erhält mehr oder weniger Zugri auf das Telefon und damit auf Standort, weitere Kontaktinformationen und Fotos. Nicht immer werden diese Informationen auch wirklich benötigt und es ist inzwischen möglich, diese Datenfreigaben individuell anzupassen.

Beachten Sie außerdem, dass, wenn Sie sich mit Ihrem Facebook- oder Twitter- Account in die App einloggen können, die App ebenfalls auf Ihre Zweit- und Dritt-Account-Daten zugreifen kann.

Kurzcheck
  • Wo werden die Daten gespeichert?
  • Wer hat Zugriff auf die Daten?
  • Wem stelle ich meine Daten zur Verfügung, wenn ich in die Nutzung der App einwillige?
  • Was würde schlimmstenfalls passieren, wenn eine dritte Person meine Daten sehen würde?
  • Welche weiteren Informationen stelle ich der App zur Verfügung?


Was sollte die App möglich machen?
  • Verschlüsselung der Daten insbesondere beim Transfer und Speicherung in einer Cloud
  • Individuelle, einstellbare Datenfreigabe
  • Individuell festlegbar, welche Daten gespeichert werden sollen Einsehbare Datenschutzrichtlinie
  • Keine Verwendung der Daten für nicht-gesundheitliche Zwecke
  • der Nutzer ist durch den App-Anbieter bereits zu Beginn des Nutzungsvorgangs ohne ein vorhergehendes eigenes Tätigwerden über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten zu informieren

Ihre Rechte
Jeder Nutzer, dessen personenbezogene Daten erhoben und verwendet werden, hat gem. § 34 BDSG (ggf. i.V.m. § 13 Abs. 7 TMG) das Recht, Auskunft über die durch die verantwortliche Stelle zu seiner Person gespeicherten Daten zu verlangen.
Gemäß § 35 BDSG kann er die Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten verlangen. Diese Ansprüche bestehen auch bei Nutzung einer App für den Nutzer.
Quelle: „Orientierungshilfe zu den Datenschutzanforderungen an App-Entwickler und App-Anbieter“, Düsseldorfer Kreis, Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-ö entlichen Bereich, 2014



In fünf Schritten zur eigenen Health App

1. Die Suche

Internet
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die passende App zu finden. Schätzungen zufolge gibt es derzeit mehr als 100.000 Health Apps und täglich kommen neue hinzu. Um die passende Health App zu finden, sollte man die Suche so fein wie möglich gestalten. Geeignete Suchbegriffe können sich an konkret gewünschten Funktionen der App oder aber an Krankheitsbildern orientieren.

App Store
Bei der Suche im App Store kommt man über Icons, die den Apps zugeordnet sind, zum Download-Feld der App. Dort kann man sich über die Anwendungsfelder, Einsatzmöglichkeiten und Funktionen der einzelnen Apps informieren.

Empfehlungen
Bei der Suche im Internet oder App Store bekommt man eine Vielzahl von Health Apps angezeigt. Dabei ist es schwer, die Funktionalität der einzelnen Apps einschätzen zu können. Besser ist es, über das eigene Netzwerk oder die Community Empfehlungen zu Apps einzuholen.

2. Die Auswahl

Bei der Auswahl der App sollten Sie darauf achten, welche Funktionalität Sie sich wünschen bzw. benötigen. Soll Ihnen die App zur reinen Information dienen, möchten Sie die App als eine Art Tagebuch nutzen und mit ihr regelmäßig Gesundheitsdaten erheben, auswerten und verwalten oder wollen Sie die App als eine Art Alltagscoach nutzen? Orientierung kann Ihnen dabei Folgendes geben:

Kategorien
Die App Stores sind u.a. in Kategorien unterteilt. Für die Suche nach Gesundheit Apps sind in der Regel die Kategorien Medical/ Medizin, Gesundheit und Fitness relevant. Je nach Umfang des Themenfeldes gibt es weitere Unterkategorien, in denen die jeweiligen Apps bestimmten Erkrankungen oder Einsatzfeldern zugeordnet sind.

Beschreibungen
Lesen Sie die Beschreibungen der Apps. Dort finden Sie die unterschiedlichen Funktionen aufgelistet und erklärt und können diese mit Ihrem eigenen Anforderungsprofil abgleichen.

Bilder und Videos
Zusätzlich zu den Beschreibungen finden sich Bilder, Videos und Screenshots, mit denen sehr anschaulich erklärt wird, was die Health App kann und wie die Benutzeroberfläche aussieht.

Bewertungen
Die Nutzer von Apps haben die Möglichkeit, in den App Stores eine Bewertung der jeweiligen App zu hinterlassen. Sie haben dabei die Wahl zwischen einem und fünf Sternen. Die Anzahl der Sterne in Zusammenhang mit der Anzahl an Bewertungen kann Ihnen als grobe Orientierung hinsichtlich der Qualität der Health App dienen.

3. Download der App

Es gibt entsprechend den unterschiedlichen Smartphones und Betriebssystemen unterschiedliche App Stores, in denen Health Apps herunter geladen werden können.

SmartphoneName des App StoreAnzahl der AppsBezahlung
Apple Geräte (iPhone, iPad)iTunes Store1,2 Mio.Kreditkarte, Gutscheinkarte
Android Phones (Samsung Galaxy)Google Play, Amazon1,3 Mio.Kreditkarte, Mobilfunkanbieter, Gutscheinkarte, Paypal
BlackberryBlackberry, App World200.000Kreditkarte, Mobilfunkanbieter
Windows PhoneWindows Phone245.000Kreditkarte, Bankkarte, Mobilfunkanbieter, Gutscheinkarte, Paypal
SonstigeMobile SeitenKreditkarte, Mobilfunkanbieter


4. Einrichten der App

(© vfa/ adlerschmidt)




5. Das tägliche Nutzen der App

Die Grundvoraussetzung für den Erfolg von therapeutischen Maßnahmen ist die Compliance des Patienten.

Diese hängt nicht selten davon ab, welchen Aufwand der Patient im Rahmen der Therapie, des Trainings oder der Alltagsorganisation betreiben muss.

Diesen Aufwand zu minimieren, darin besteht der eigentliche Mehrwert einer Health App, denn es gibt kaum etwas einfacheres als mit einer App Daten zu erfassen, auszuwerten, zu dokumentieren – oder sich nur zu informieren.

Wie eine App täglich genutzt werden kann, hängt davon ab, was die App leistet und wie man sie nutzen möchte.

Einmalig
Information zu Krankheiten

Nach Bedarf
Arzt- und Klinikfinder
Terminplaner
Dokumentenverwaltung
Toilettenfinder

Regelmäßig
Ernährungstagebücher
Trainingsbegleiter
Medikamentenerinnerung
Therapieplaner


Die Health App im Krankheitsmanagement

Als chronisch Kranker hat man häufg viel zu tun. Neben dem normalen Alltag und beruflichen Verpflichtungen müssen je nach Erkrankung bestimmte Vitalwerte regelmäßig gemessen und dokumentiert werden, man muss spezielle Trainingseinheiten absolvieren, die Ernährung im Blick behalten, muss zu festgelegten Zeiten Medikamente einnehmen und Arztbesuche planen.

Schnell kommen dabei auf eine Zahl von Aufgaben, die einem das Gefühl eines gut gefüllten Arbeitskalenders geben. Der geborene Manager schafft das locker.
Mithilfe von Health Apps kann aber jeder zum geborenen Manager werden. Denn die Funktionalitäten machen es möglich, fast die gesamte Therapie mithilfe der kleinen Programme zu managen. Die App erinnert an die Medikamenteneinnahme, den nächsten Arzttermin oder die Messung der Vitalwerte. Auf Knopfdruck stellt sie die gemessenen Werte zur Verfügung, zeigt in Anaysen, wo gerade Schwachpunkte sein können und stellt dann auch noch Informationen zur Verfügung, wie man diesen Schwachpunkten begegnen kann.

Der Vorteil von Health Apps im Krankheitsmanagement

Diabetes
Durch die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers, kann die Ernährung und das zu spritzende Insulin genau berechnet und darauf abgestimmt werden. Durch das enge Monitoring kann schnell auf Veränderungen reagiert werden, wodurch Krankenhausaufenthalte und Folgeerkrankungen deutlich vermindert werden können.

Herz-Kreislauf
Durch regelmäßige Medikamenteneinnahmen kann z.B. der Blutdruck im Normbereich gehalten werden.

Lungenerkrankungen
Bei vielen Lungenerkrankungen spielt auch die nicht-medikamentöse Behandlung eine entscheidende Rolle. Durch ein gutes Ernährungs- und Bewegungsmanagement kann z.B. das Körpergewicht ganz gezielt aufgebaut oder reduziert werden. Das ist insofern gut, da Unter- oder Übergewicht die physische Belastbarkeit im Alltags- und Berufsleben senken und damit das Fortschreiten der Erkrankung begünstigen können.

Krebserkrankungen
Mit der Diagnose Krebs verändert sich häufig das komplette Leben. Eine App kann helfen, den Behandlungsverlauf besser zu managen.

Allergien
Mithilfe eines Allergietagebuches und z.B. eines Pollenflugkalenders können allergieauslösende Momente besser kontrolliert werden.

Suchterkrankungen
Durch die Dokumentation des eigenes Verhaltens (Stressauslöser, Reiz-Reaktion-Verhalten) können wichtige Trigger identifiziert und ausgeschaltet werden. Durch das frühzeitige Erkennen kann außerdem präventiv eingegriffen und Extremreaktionen vermieden werden.

Psychische Erkrankungen
Durch die Beobachtung und Dokumentation des eigenes Stimmungsbildes, des Erlebens einzelner Stressreaktionen, des Reiz-Reaktion-Verhaltens können Arzt und Patienten gleichermaßen wichtige Informationen zur Entstehung von Stresssituationen und entsprechende Reaktionsmuster des Patienten gewinnen. Dadurch wird es möglich, früher eingreifen zu können und z.B. depressive oder manische Episoden besser abzufangen.

App Coach

1. Überlegen Sie sich, was Teil Ihrer Therapie ist

Um die richtige App zu finden und sie dann auch richtig nutzen zu können, sollten Sie sich überlegen, was Teil Ihrer Therapie ist und wo es für Sie sinnvoll wäre, sich digital unterstützen zu lassen. Orientierung können Ihnen dabei die aufgelisteten Fragen geben:

Welche Parameter müssen regelmäßig gemessen werden?
Blutdruck, Puls, Blutzucker, Temperatur, Gewicht, Sauerstoffgehalt des Blutes, seelische Verfassung

Was muss regelmäßig dokumentiert werden?
Blutdruck, Puls, Blutzucker, Temperatur, Gewicht, Sauerstoffgehalt des Blutes, Schmerzerleben, Stimmung, seelische Verfassung, Hungergefühl, eingenommene Mahlzeiten, Trinkmenge, Lebensmittel, sportliche Aktivitäten, Schlafrhythmus

Welche Auswertungen sind für mich wichtig? (Grafiken, Diagramme)
Darstellung der erhobenen Vitalwerte; Darstellung der Zusammenhänge zwischen bestimmten Aktivitäten (PC-Arbeit, sportliche Betätigungen, Nahrungsmittelaufnahme, Tabletteneinnahmen) und bestimmten Krankheitsereignissen, z.B. Migräneanfälle, Gewichtszunahme, -abnahme, Störungen des Verdauungssystems, wie z.B. Durchfall, Rückenschmerzen, Kreislaufbeschwerden)

Benötige ich regelmäßig (viele unterschiedliche) Medikamente?
Tabletten, Spritzen, Zäpfchen, Inhalatoren, Pflaster

Muss ich mich an besondere Ernährungsrichtlinien halten?
lactosefrei, glutenfrei, fructosefrei, zuckerarm; Anzahl der Mahlzeiten; Kalorienbegrenzung; Trinkmengenbegrenzung

Welche Informationen benötigt mein Arzt?
Dokumentation der gemessenen Vitalwerte, Blutzuckertagebuch, etc. Dokumentation des persönlichen Krankheitserlebens

2. Listen Sie alles auf, was sie im Rahmen des Krankheitsmanagement (täglich, wöchentlich, monatlich) erledigen müssen

Indem Sie alle Aktivitäten auflisten, bekommen Sie einen guten Überblick darüber, was Sie wann tun müssen und wann Sie die entsprechenden Zeitfenster einplanen müssen.

Indem Sie alle Aktivitäten einmal niedergeschrieben haben, haben Sie sie außerdem aus dem Kopf und können schon einmal an etwas anderes denken.


Musterliste Krankheitsmanagement
  • Vitalwerte dokumentieren
  • Medikamenten einnehmen
  • Rezepte abholen
  • Arztbesuche
  • sportliche Betätigung
  • Diät halten
  • körperliche Untersuchung


3. Definieren Sie die Ziele, die Sie mithilfe der App erreichen wollen

Ich möchte...

  • meine gemessenen Vitalwerte auf Knopfdruck zur Verfügung haben und auch im Verlauf betrachten können – die App sollte messen und / oder dokumentieren können (Tagebuchfunktion)
  • meine Medikamente regelmäßig einnehmen – die App sollte eine Erinnerungsfunktion haben (Reminder)
  • mein Gewicht reduzieren – die App sollte messen und dokumentieren können (Anbindung an eine Körperfettwaage), Trainingspläne erstellen können, Ernährungstipps bereitstellen, Rezepte oder Kochbücher haben, einen Einkaufsplaner anbieten, Informationen und Übungen zum Stressmanagement bereitstellen
  • meine Ausdauer und Kondition verbessern – die App sollte Schritte zählen können / Trainingspläne beinhalten / motivierende Nachrichten und Tipps zur Verfügung stellen
  • verstehen, was der Auslöser für bestimmte Reaktionen meines Körpers (Migräne-, Gicht-, Asthmaanfall, Blutdruckspitzen, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, sich ausgebrannt fühlen) sein kann – die App sollte unterschiedliche Aktivitäten dokumentieren können, die dokumentierten Werte graphisch darstellen können
  • meine Arzttermine besser koordinieren – die App sollte eine kalender- und Erinnerungsfunktion haben
  • meine Ernährung umstellen – die App sollte dokumentieren / Ernährungstipps geben / einen Ernährungsplan erstellen können / Rezepte zur Verfügung stellen / einen Einkaufsplaner haben


4. Vergleichen Sie die Funktionalitäten der gefundenen App mit den von Ihnen aufgelisteten Aufgaben

Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie eine möglichst hohe Passgenauigkeit haben. Es gibt eine Vielzahl von Apps, die speziell für das Therapiemanagement bestimmter Erkrankungen entwickelt worden sind und genau auf die Therapieempfehlungen angepasst bzw. abgestimmt worden sind.

Besonders zu empfehlen sind Apps, die von Patientenorganisationen, Selbsthilfegruppen, Kliniken, Ärzten und Ärztlichen Fachverbänden, Krankenkassen oder Pharmaunternehmen entwickelt worden sind. Diese sind aufgrund der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen als besonders vertrauenswürdig einzuordnen.

5. Installieren Sie die App, mir der für Sie höchsten Passgenauigkeit

Nach der Installation können Sie die benötigten Informationen eingeben. Halten Sie sich dabei möglichst an die Vorgaben des Herstellers. Nur so können Sie sichergehen, dass Sie auch die Ergebnisse erzielen, die Sie anstreben.

Achten Sie bei der Dateneingabe darauf, dass die App die von Ihnen eingegeben Daten bei der Übertragung vom Gerät auf einen Server immer verschlüsselt.

6. Erstellen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt und unter Berücksichtigung Ihrer Therapieempfehlungen Ihr individuelles Therapiemanagement

Geben Sie Ihre persönlichen Daten (Alter, Geschlecht, Größe, Grunderkrankung, Erkrankungszeitraum, etc.) je nach Vorgaben der App ein und definieren Sie die Vitalparameter, die regelmäßig erfasst werden sollen.

Geben Sie die Zeiten ein, zu denen Sie an die Messung von Vitalzeichen erinnert werden möchten.

Geben Sie die Arzttermine ein, an die Sie die App erinnern soll.

7. Legen Sie los!

Bedenken Sie, dass das Krankheitsmanagement mit der App nur so gut ist, wie Sie konsequent sind. Die App kann nur die technischen Dinge, wie messen, dokumentieren und analysieren übernehmen. Die Werte erheben müssen Sie selber. Und nur Sie können die Empfehlungen und Tipps, die die App Ihnen zur Verfügung stellt, umsetzen.

Über die App hinaus

Die digitale Transformation zwingt zahlreiche Branchen, sich neu zu erfinden – oder zumindest ihre jeweilige Zukunftsfähigkeit zu hinterfragen. Sie sorgt für eine Weiterentwicklung der Beziehungen von Herstellern zu Kunden und Verbrauchern. Und in kaum einem Bereich hat sie ein derart großes Potenzial, um erheblichen Mehrwert für jeden Einzelnen und die gesamte Gesellschaft zu schaffen wie in der Gesundheitswirtschaft. Zahlreiche Chancen und Möglichkeiten bieten sich gesundheitsbewussten Menschen und mündigen sowie selbstbestimmten Patientinnen und Patienten.

(© Corbis)



Technische Neuerungen ermöglichen mittlerweile, unsere Gesundheit nicht nur in einem institutionellen Rahmen „vermessen“ und analysieren zu lassen, z.B. bei der Teilnahme an wissenschaftlichen Studien. Neuerdings hat theoretisch jeder die Möglichkeit, einen neuen, fundierten Blick auf seinen Gesundheitszustand zu werfen, die dabei anfallenden Daten zur Verfügung zu stellen – und im besten Falle daran mitzuwirken, dass dadurch noch bessere und wirksamere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden.

Dazu braucht es das Zutrauen derer, die ihre Daten zur Verfügung stellen. Und es braucht den Mut derer, die den Versuch unternehmen, aus diesen Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Kommen Zutrauen und Mut zusammen, kann daraus die Zuversicht in eine technikbasierte Optimierung unserer medizinischen Versorgung resultieren, die allen – realen wie potenziellen – Patienten ein gesünderes Leben ermöglicht. Im Zuge dessen dürfen wir alle auf ein steigendes Gesundheitsbewusstsein allgemein und eine stärker ausgeprägte Wertschätzung des jeweils individuellen Wohlbefindens hoffen.

Big Data“ und damit einhergehende neue Analysemethoden werden der modernen Medizin, also letztlich Ärzten und Patienten, aller Voraussicht nach bahnbrechende neue Möglichkeiten bescheren. Wir sollten uns frühzeitig mit der Frage beschäftigen, was wir mit dieser Chance anfangen. Auch, wie wir neue Medikamente beurteilen, die zielgerichteter individuelle Parameter berücksichtigen. Nicht zuletzt: Wie nutzen wir die Chance, aus großen sensiblen Datenmengen und daraus resultierenden Computer-Simulationen Erkenntnisse zu gewinnen, die der Menschheit medizinischen Nutzen und sozialen Fortschritt bringen – etwa durch gezieltere Vorbeugung, intelligente Früherkennung oder gesteigerte Lebensqualität in einer älter werdenden Gesellschaft?

Wollen wir, dass die rasante technische Entwicklung uns zielorientiert bei der Entstehung eines neuartigen Selbstverständnisses von individueller Gesundheit und allgemeinem Gesundheitssystem unterstützt, so müssen wir Innovationen mit Neugier und Offenheit begegnen. Dabei darf keinesfalls außer Acht gelassen werden, dass ein verantwortungsbewusstes Höchstmaß an Datenqualität sicherzustellen ist. Andernfalls bleiben intelligente Lösungen im Schatten einer sich im Kreis drehenden Diskussion um vermeintliche Risikoabwehr – ohne sich nutzenbringend entfalten zu können.

(© vfa)


Oben stehenden Text kann auch als Print-Broschüre unter www.vfa.de/publikationen bestellt

oder als PDF unter https://www.vfa.de/download/health-apps.pdf heruntergeladen werden.
Digitorial

Literaturtipps
Cover Turin

"Mein Leben mit Down-Syndrom'" von Elisabeth Turin und Daniela Chmelik
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Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "19. Weltkongress Psycho-Onkologie" vom 14.-18.08.2017 in Berlin
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