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8. November 2017

Rheuma-Preis

Vorbildliche Integration ins Berufsleben ausgezeichnet

 
Sie sind beispielhaft für die gelungene Integration von chronisch kranken Menschen im Berufsleben: Drei Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber erhalten den RheumaPreis 2017.

Die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Rotraut Schmale-Grede beglückwünscht Kazal Yasen zum RheumaPreis 2017. (© Benedikt Ziegler/Deutsche RheumaLiga)
Die Initiative RheumaPreis würdigt mit dieser Auszeichnung Menschen, die kreative Lösungen gefunden haben, um die Arbeitsfähigkeit von Rheumakranken langfristig sicherzustellen. „Die drei Preisträger und ihre Arbeitgeber sind lernende Beispiele für berufliche Teilhabe trotz gesundheitlicher Einschränkungen“, unterstreicht die Präsidentin der Rheuma-Liga, Rotraut Schmale-Gredein, in ihrer Laudatio.

Eine der Preisträgerinnen ist Juliane Rikirsch. „Rheuma ist alles andere als ein Zuckerschlecken, aber ich wollte der Erkrankung um keinen Preis zu viel Macht über mich und mein Leben geben“, erzählt sie. Seit ihrer Kindheit leidet die 30-jährige, in Gießen lebende Modedesignerin an Rheumatoider Polyarthritis. Gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber XUITS GmbH in Frankfurt hat die gelernte Bekleidungstechnische Assistentin die Rahmenbedingungen geschaffen, um ihren Beruf trotz der Erkrankung ausüben zu können.

RheumaPreis: Situation am Arbeitsplatz verbessern

„Die Initiative RheumaPreis will das gesamtgesellschaftliche Engagement für Menschen fördern und besonders die Situation der Betroffenen am Arbeitsplatz verbessern. Und so nehmen wir gerne die Initiative zum Anlass, uns als Arbeitgeber noch mehr für die Belange von Menschen mit chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Rheuma einzusetzen“, betont die Schirmherrin des RheumaPreises, Donata Apelt Ihling, Vorstandsmitglied der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände. Der mit jeweils 3.000 Euro dotierte Preis soll zu mehr Offenheit im Umgang mit der Erkrankung ermutigen und dazu beitragen, dass ein aktives Berufsleben für Menschen mit Rheuma zur Selbstverständlichkeit wird.

Menschen in ihrer Gesamtheit wahrnehmen

Die medizinischen Befunde Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis zwangen Udo Lücke, mit 41 Jahren sein Leben noch einmal komplett zu ändern. „Den Kopf in den Sand zu stecken, wäre für mich niemals infrage gekommen. Mit der Diagnose habe ich mich recht schnell abgefunden und nach vorne geschaut“, sagt der 59-jährige Bankkaufmann aus Marl bei Gelsenkirchen. Sein Motto: „Ich bin zwar körperlich nicht ganz so fit, aber meine geistige Fitness ist ungebrochen.“ Gegenüber seinem Arbeitgeber ist Udo Lücke mit seiner Krankheit ehrlich umgegangen und erfährt volle Unterstützung. „Zu unseren Grundwerten gehört es, den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Unser Ziel ist es, diese Haltung in die Gestaltung unserer Betriebs- und Führungskultur sowie unserer Arbeitsplätze zu integrieren“, bekräftigt Johannes Prahl, Leiter der Mitarbeiterentwicklung der GLS Bank in Bochum.

Mut machen, sich nicht zu verstecken

Trotz ihrer Rheuma-Erkrankung fühlt sich Kazal Yasen aus Tornesch in Schleswig-Hostein als vollwertige Mitarbeiterin akzeptiert und schätzt das vertrauensvolle, menschliche Miteinander. „Ich möchte allen Rheuma-Patienten Mut machen, sich nicht zu verstecken, sondern ehrlich mit der Krankheit umzugehen“, erklärt die 54-jährige Sprachmittlerin und pädagogische Assistentin für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schleswig-Holstein. Eine Lebenshaltung, die auch dem Arbeitgeber größten Respekt abverlangt. „Mit ihrer Rheuma-Erkrankung geht Kazal Yasen sehr offen um. Das ermöglicht uns, Aufgaben individuell ihrer aktuellen Belastbarkeit anzupassen“, sagt Markus Kleinwort, Bereichsleitung bei der AWO Schleswig-Holstein.

In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Menschen von entzündlich-rheumatischen
Erkrankungen betroffen, viele von ihnen sind im erwerbsfähigen Alter. Bei frühzeitiger Diagnose, adäquater Behandlung und bedarfsgerechter Unterstützung am Arbeitsplatz kann die Arbeitsfähigkeit bei den meisten rheumaerkrankten Mitarbeitern langfristig erhalten werden.

Die Mitglieder der Initiative RheumaPreis sind:

• AbbVie Deutschland
• Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren (AGRZ) in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
• Berufsverband Deutscher Rheumatologen(BDRh
• Kerstin Bleuel, Patientenvertreterin
• Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)
• Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
• Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband
• Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB)
• Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
• Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)
• Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft
• Rheuma-Liga Hessen
• Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW)

Über die Deutsche Rheuma-Liga
Die Deutsche Rheuma-Liga informiert und berät Betroffene unabhängig, bietet praktische Hilfen und unterstützt Forschungsprojekte zu rheumatischen Erkrankungen. Der Verband mit rund 300.000 Mitgliedern tritt für die Interessen rheumakranker Menschen in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein. www.rheuma-liga.de
Digitorial

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Cover Spork

"Gesundheit ist kein Zufall.'" von Peter Spork
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zum Beispiel: "11. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit" vom 27.-28.11.2017 in Berlin
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