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21. November 2017

Atemnot oder Leistungsminderung

Steckt eine Herzschwäche dahinter?

 
Die Deutsche Herzstiftung informiert anlässlich der Herzwochen im November über Diagnose und Therapie der Herzschwäche – und warnt in diesem Zuge davor, die typischen Anzeichen wie Atemnot und eine verminderte Leistungsfähigkeit auf die leichte Schulter zu nehmen.

Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge zwei bis drei Millionen Menschen an einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung werden pro Jahr mehr als 444.000 Patienten mit einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert, rund 45.000 von ihnen sterben daran. Sie tritt demnach nicht als eigenständige Krankheit auf, sondern infolge anderer Herzerkrankungen. In etwa 70 Prozent der Fälle entwickele sich die Herzschwäche aus einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck. Aber auch Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler seien mögliche Ursachen, teilt die Stiftung mit.

Herzschwäche: unterschätzte Volkskrankheit

Menschen mit einer Herzschwäche sollten regelmäßig ihren Blutdruck messen, empfiehlt die Herzstiftung. (© pixabay)
„Viele herzkranke Menschen kennen weder die Ursachen der Herzschwäche noch die krankheitstypischen Warnzeichen, mit denen sie sich bemerkbar macht. Besonders sie sind gefährdet, schleichend eine Herzschwäche zu bekommen, der Aufklärungsbedarf ist daher besonders groß“, betont der Herzspezialist Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Die chronische Herzschwäche führt dazu, dass das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln.

Bei Atemnot und Leistungsschwäche sofort zum Arzt

„Die chronische Herzschwäche beginnt zumeist unspektakulär und schleichend mit Atemnot und einer Leistungsabnahme. Man rennt zu Bahn und Bus nicht mehr, weil man schnell außer Atem kommt. Wer unter Atemnot leidet, sollte umgehend zum Arzt, um zu klären, ob es sich um eine Herzkrankheit handelt“, mahnt Meinertz. Denn je früher die Herzschwäche erkannt werde, umso eher könnten Ärzte mit den heutigen Therapiemöglichkeiten das Fortschreiten der Krankheit aufhalten oder verlangsamen und die Lebensqualität für Patient und Familie sichern.

Entgleisung der Herzschwäche: Was kann der Patient dagegen tun?

Gefürchtet sei eine Entgleisung der Herzschwäche, weil sie häufig zu einer
notfallmäßigen Krankenhauseinweisung führe, schreibt die Herzstiftung. Wenn Medikamente nicht richtig eingenommen oder weggelassen werden, wenn die Betroffenen nicht auf einen gesunden Lebensstil durch Gewichtsnormalisierung, maßvolles Ausdauertraining bei stabiler Herzschwäche sowie gesunde Ernährung achten und nicht auf Rauchen und Alkohol verzichten, könne dies die Situation verschlimmern. „Bei der Therapie der Herzschwäche kommt es sehr auf eine aktive Rolle des Patienten an, damit es gar nicht erst zu einer Verschlechterung der Herzkrankheit kommt“, unterstreicht Meinertz. Arzt und Patient müssen gemeinsam den Verlauf der Krankheit aufmerksam verfolgen und auf die bekannten Warnsignale für eine Entgleisung achten: Steigt das Körpergewicht um mehr als zwei Kilogramm in drei Tagen an, hat sich die Herzschwäche verschlechtert. In diesem Fall sollten Patienten umgehend ihren Hausarzt oder eine Klinik aufzusuchen.

Weitere Informationen:

www.herzstiftung.de
Digitorial

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Die stille Macht der Mikroben

"Die stille Macht der Mikroben. Wie wir die kraftvollsten Gesundmacher bei der Arbeit unterstützen können." von Alanna Collen
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Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "2017-2021 – Wohin geht die Reise in der Gesundheitspolitik" am 13.12.2017 in Berlin
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