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Im Juni werden die Leistungen veröffentlicht

Die forschenden Pharma-Unternehmen haben klare Regeln für die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, andere Fachkreisangehörigen und deren medizinische Einrichtungen sowie Patientenorganisationen. Dass diese eingehalten werden, überwacht der Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA). Teil dieser Regeln sind Transparenzgebote, also Pflichten, besitmmte Leistungen zu veröffentlichen. Anders als sonst werden in diesem Jahr erstmals die Leistungen zeitgleich Ende Juni veröffentlicht.

Patientenorganisationen verfügen über ein breites Wissen darüber, wie Patienten ihre Krankheit erleben und welche Präferenzen diese bei neuen Medikamenten haben.Der FSA sichert und überwacht die Kooperation zwischen pharmazeutischen Unternehmen und den Organisationen der Patientenselbsthilfe sowie den Angehörigen der medizinischen Fachkreise. Beide Kooperationen sind dringend geboten. Warum? Patientenorganisationen verfügen über ein breites Wissen darüber, wie Patienten ihre Krankheit erleben und welche Präferenzen diese bei neuen Medikamenten haben zum Beispiel bezüglich Fragen der Nebenwirkungen. Die Selbsthilfeorganisationen erhalten Unterstützung und Hilfestellung sowohl in fachlichen Fragen als auch für die Selbsthilfearbeit. Welche Formen der Zusammenarbeit erlaubt sind und wie diese auszugestalten sind, ist genau in den bestehenden FSA-Kodizes geregelt.

Ethisch korrektes Verhalten

Die Verhaltensgrundregeln setzen Standards für transparentes und ethisch korrektes Verhalten. Das Selbstkontrollorgan der forschenden Pharmaunternehmen ahndet Verstöße gegen diese Regeln – mit Abmahnungen, Geldbußen, Namensnennungen und öffentlichen Rügen. Die dem FSA angeschlossenen Unternehmen repräsentieren mehr als 70 Prozent des deutschen Pharma-Marktes mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Mit dem FSA-Patientenorganisationskodex verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen einmal jährlich offenzulegen, in welcher Höhe sie welche Selbsthilfegruppen unterstützen. Diese Veröffentlichung erfolgte bislang immer bis zum 31. März eines Jahres für den Zeitraum des Vorjahres. Nach dem FSA-Transparenzkodez werden zudem die Gesamtleistungen der Unternehmen an Ärztinnen und Ärzte, andere Fachkreisangehörige und medizinische Einrichtungen bekannt gemacht. Diese Veröffentlichung erfolgte schon immer Ende Juni auf den jeweiligen Internetseiten der veröffentlichenden Mitgliedsunternehmen.

Nachhaltiges Vertrauen in den Austausch

Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) hat vor 16 Jahren den Weg der Selbstkontrolle beschritten und dessen Mitglieder den FSA gegründet. Seither wurden die Kodizes permanent weiterentwickelt. Warum? „Ärztliche Diagnosen und Therapieentscheidungen müssen unabhängig erfolgen und ausschließlich an den Interessen von Patienten ausgerichtet sein“, schreibt der Verein. Von zentraler Bedeutung dafür ist die Einführung von Transparenz. Die Entscheidung zur Transparenz stärke das Vertrauen in den notwendigen Austausch zwischen Patientenorganisationen und Industrie. Insgesamt seien laut vfa die Erfahrungen mit beiden Kodizes gut – diese haben sich bewährt. Das Instrument der Selbstregulierung bringe Transparenz und sorge dafür, Standards im Gesundheitswesen zu setzen.

„Fokussiertere Wahrnehmung aller Informationen“

Laut FSA finden ab diesem Jahr die Veröffentlichungen von allen Leistungen Ende Juni statt und nicht wie bisher an zwei unterschiedlichen Terminen. Der Grund dafür: Der europäische Dachverband der nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen (EFPIA) habe seinen Kodex angepasst und die Veröffentlichung europaweit auf diesen Zeitraum Ende Juni harmonisiert. Damit sei eine „fokussiertere Wahrnehmung aller relevanten Informationen“ möglich. An der Aufbereitung der Daten und der Veröffentlichung der Leistungen an Patientenorganisationen ändert sich inhaltlich nichts. Es gibt weiterhin die Transparenzlisten sowie eine durchsuchbare Datenbank auf der FSA-Website.