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"Leistungen nach ethischen Richtlinien"

Berlin (pag) – Mit dem Kodex Patientenorganisationen soll die Zusammenarbeit zwischen forschenden Pharmaunternehmen und Patientengruppen offengelegt werden. Einmal im Jahr publiziert der Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) die Höhe der Zuwendungen. FSA-Geschäftsführer Dr. Uwe Broch ist stolz auf die Transparenzregeln: „Pharmaunternehmen veröffentlichen seit vielen Jahren Leistungen im Gesundheitswesen. Damit schaffen wir einen Standard, der über die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen weit hinausgeht.“

FSA-Geschäftsführer Dr. Uwe BrochWelche Erfahrungen haben Sie seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2009 mit dem Transparenzkodex gemacht?

Dr. Broch: Wir werten die jährlichen Veröffentlichungen der Zuwendungen von Pharmaunternehmen an Fachkreisangehörige und Patientenorganisationen als einen großen Erfolg. Patientinnen und Patienten müssen in die Unabhängigkeit von Diagnose und Therapieempfehlungen vertrauen können. Unsere Mitgliedsunternehmen leisten durch die konsequente Dokumentation und Veröffentlichung der Zuwendungen an Ärztinnen, Ärzte und Patientenorganisationen einen wichtigen Beitrag, um dieses Vertrauen zu ermöglichen. Es freut uns auch, dass die transparente Haltung unserer Mitgliedsunternehmen es erreicht hat, dass sich die öffentliche Debatte um Höhe und Zweck der Zuwendungen merkbar entkrampft hat. Wo früher häufig emotional und einseitig argumentiert wurde, ist heute ein sachlicher Diskurs möglich.

Können Sie über die mittlerweile schon elf Jahre eine Entwicklung ablesen? Gibt es mehr oder weniger Geld oder Patientengruppen?

Dr. Broch: Im Berichtsjahr 2019 haben die von unseren Mitgliedsunternehmen erbrachten Zuwendungen 7,16 Millionen Euro betragen. Dies entspricht im Umfang etwa den Leistungen aus dem Berichtsjahr 2018 in Höhe von 7,1 Millionen Euro. Insgesamt setzt sich damit eine stabile Entwicklung fort. Die Höhe der Zuwendungen ist ein Beleg für die Bedeutung, die pharmazeutische Unternehmen der Arbeit von Patientenorganisationen beimessen. Die Selbsthilfeorganisationen erhalten Unterstützung und Hilfestellung, die Unternehmen wiederum bekommen einen Einblick in Krankheitsbilder und Praxiserfahrungen bei der Anwendung von Arzneimitteln. Ich schließe mich dabei den Worten von Hannelore Loskill an, der Vorsitzenden der BAG Selbsthilfe: Patientenorganisationen wissen, wie Patienten und ihre Angehörigen Krankheiten erleben und verdienen die Hilfe aller Beteiligten im Gesundheitsweisen.
Die Kodizes und die Selbstkontrolle des FSA stellen sicher, dass die von unseren Mitgliedsunternehmen erbrachte Unterstützung im Einklang mit den Normen ethischen Geschäftsgebarens erfolgt.


Um welche Art der Zusammenarbeit oder Unterstützung handelt es sich in der Regel?

Dr. Broch: Die von unseren Mitgliedsunternehmen geleisteten Zuwendungen sind vielfältig und von Organisation zu Organisation unterschiedlich. Beispiele sind etwa die Unterstützung von Patientencafés, Arzt-Patienten-Seminaren oder der Übernahme von Druckkosten. Alle erbrachten Leistungen der Mitgliedsunternehmen müssen in Umfang und Rahmen mit den ethischen Richtlinien unserer FSA-Kodizes konform sein und öffentlich gemacht werden.