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Was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Der Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfasst im weitesten Sinne alle Krankheiten des Herzens und des Blutkreislaufs. Weit verbreitet sind zum Beispiel Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Obwohl sich weniger Frauen als Männer wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in Behandlung begeben, sterben sie vergleichsweise häufig an den Folgen.

Herzleiden gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Sie verantworten hierzulande etwa jeden vierten Todesfall. Das belegt der Deutsche Herzbericht 2016, der von der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) herausgegeben wird. Auch im europäischen Vergleich schneidet die Bundesrepublik schlecht ab: Die Sterblichkeitsraten liegen dem Bericht zufolge teilweise weit über dem EU-Durchschnitt.

Bluthochdruck

Eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Bluthochdruck. Nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) leiden etwa 20 Millionen Bundesbürger an Hypertonie. Besonders tückisch daran ist, dass die Betroffenen oft lange Zeit nichts bemerken, weil zunächst keine Beschwerden auftreten. Doch der BDI warnt vor den Langzeitfolgen. „Das Gefährliche daran ist, dass mit einem dauerhaft zu hohen Blutdruck das Risiko für Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen steigt“, schreibt der Verband auf seiner Webseite. Eine Umstellung des Lebensstils und Medikamente können demnach meist helfen, den Blutdruck zu senken.

Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt

Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit bilden sich sogenannte Plaques in den Herzkranzgefäßen. Sie bestehen aus Fett und Bindegewebe und führen zu einer Verengung der Arterien, sodass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Die Betroffenen haben bei Belastung oder auch in Ruhe mäßige bis starke Schmerzen in der Brust, je nachdem, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist. Letztlich können durch die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen Herzmuskelzellen absterben. Dieses lebensgefährliche Ereignis nennen Fachleute einen Herzinfarkt.

Herzschwäche

Als Herzschwäche oder auch Herzinsuffizienz bezeichnen Mediziner die nachlassende Auswurfleistung des Herzens. Dieses ist dann nicht mehr in der Lage, das Blut mit ausreichender Kraft durch den Körper zu pumpen. Je nachdem, ob die rechte oder linke Hälfte des Herzens betroffen ist, staut sich das Blut folglich in den Beinen oder in der Lunge. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Bluthochdruck, Rhythmusstörungen und ein vorheriger Herzinfarkt. (Siehe zur Herzschwäche auch TextXX)

Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen, sogenannte Arrhythmien, treten häufig infolge einer Herzerkrankung auf. Dabei kann das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlagen. Die Behandlung zielt meist darauf ab, die Grunderkrankung zu beheben oder zu lindern, welche die Arrhythmie verursacht.

Frauen sterben häufiger an Herzleiden als Männer

Frauen werden deutlich seltener wegen Herzerkrankungen behandelt als Männer: 2015 waren es durchschnittlich 1.694 von 100.000 Frauen, die Quote bei den Männern lag bei 2.397. Das ist allerdings kein gutes Zeichen, wie der Herzbericht verrät. Es sterben nämlich mehr Frauen an Herzleiden als Männer. „Eine schlüssige Erklärung für die Unterschiede gibt es nicht“, sagt Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Laut Report sterben Frauen vor allem häufiger an Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen. Dabei könnten anatomische Unterschiede eine Rolle spielen. Frauen hätten etwa kleinere Gefäße, erläutert Meinertz. Das allein reiche aber als Erklärung nicht aus. Zudem fällt auf, dass etwa gleich viele Männer und Frauen wegen Herzschwäche im Krankenhaus behandelt werden. Die Todesrate sei bei den Frauen trotzdem deutlich höher. „Frauen haben in diesem Fall offensichtlich eine ungünstigere Prognose als männliche Patienten“, so Meinertz. Es müsse geklärt werden, ob es Engpässe in der medizinischen Versorgung von Herzpatientinnen gibt.

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