Drucken

Wir brauchen verständlichere Genehmigungsverfahren

Autorin: Geske Wehr, Vorsitzende des Vorstands ACHSE e.V.

Wir haben unsere Leserinnen und Leser zu ihrer Haltung gegenüber den Genehmigungsverfahren für neue Medikamente befragt. Das Ergebnis hat Geske Wehr für uns eingeordnet. Sie ist Vorsitzende des Vorstands der ACHSE e.V. und Mitglied des vfa-Patientenbeirats.


Das Thema Innovative Arzneimittel ist ein wichtiges und sensibles Thema. Hier geht es um Vertrauen, weil es die Patientinnen und Patienten ganz persönlich angeht. In unserer Umfrage auf dem Patientenportal haben wir unseren Leserinnen und Lesern in diesem Quartal folgende Frage gestellt: „Neue Medikamente werden durch Behörden überprüft, bevor sie genehmigt werden. Wie groß ist Ihr Vertrauen in diese Genehmigungsverfahren?“ Das ist eine sehr komplexe Frage und mir ist bewusst, dass es hier eine „einfache“ Antwort nicht geben kann.

Schauen wir uns die Ergebnisse an: Eine Mehrheit von 65,5% der Befragten hat grundsätzlich großes Vertrauen in das Genehmigungsverfahren für neue Medikamente. Das ist ein gutes Signal. Allerdings geben auch 22,4% der Befragten an, nur geringes Vertrauen zu haben, 12,2 Prozent der Befragten sind unentschieden. Was bedeutet das? Für mich zeigt sich hier, dass es im Bereich Genehmigungsverfahren für neue Medikamente Erklärungsbedarf gibt. Die Verfahren müssen besser vermittelt und veranschaulicht werden. Ich verstehe das als Appell an die Politik, das Verfahren transparenter und nachvollziehbarer zu machen. Dieses Verfahren ist eines der sichersten und gründlichsten in Europa, aber eben auch sehr komplex. Das sollte sichtbarer und verständlicher werden. Ich bin überzeugt, dass eine bessere Darstellung und Erläuterung des gesamten Genehmigungsverfahrens für neue Medikamente, das Vertrauen dort herstellen kann, wo es momentan noch fehlt. Unser Auftrag lautet also: Verständlichere und transparentere Genehmigungsverfahren.

Vielen Dank an alle, die an dieser Umfrage teilgenommen haben. Mit Ihrer Hilfe können wir Empfehlungen an die Politik geben!

Geske Wehr