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Covid-19-Impfstrategie: Alte und Kranke zuerst

Berlin (pag) – Risikogruppen wie ältere Menschen und Vorerkrankte, medizinisches und pflegerisches Personal sowie Berufstätige in sensiblen Bereichen zur Aufrechterhaltung des staatlichen und öffentlichen Lebens sollen zuerst gegen Corona geimpft werden. Auf diese Empfehlung einigen sich der Deutsche Ethikrat, die Ständige Impfkommission (STIKO) und die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften in einem gemeinsamen Positionspapier.

Ethikratsvorsitzende Prof. Alena BuyxEine Priorisierung sei notwendig, weil nicht alle sofort geimpft werden könnten, erklärt Ethikratsvorsitzende Prof. Alena Buyx am 9. November in der Bundespressekonferenz. Sowohl die Entwicklung der Empfehlungen in Kooperation mit Ethikrat und Leopoldina als auch der Zeitpunkt sind Neuland für die STIKO. „Wir haben uns bisher noch nie mit einem Impfstoff beschäftigt, der noch nicht zugelassen war“, sagt STIKO-Vorsitzender Prof. Thomas Mertens. Buyx betont, dass der Versicherungsstatus – gesetzlich, privat oder ohne – bei der Priorisierung keine Rolle spiele. Und: „Eine allgemeine Impfpflicht ist auszuschließen.“

Das betont auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der wenig später vor die Presse tritt. Bereits am 6. November einigte sich die Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Einvernehmen mit ihm auf eine gemeinsame Impfstrategie. Demnach ist der Bund für die Beschaffung und die Finanzierung der Vakzine zuständig, die Länder für die Einrichtung von Impfzentren. Laut Spahn sollen es 60 pro Bundesland sein, abhängig von der jeweiligen geographischen Situation vor Ort. In sechs bis zehn Wochen könnten diese Zentren nach und nach „in der Vorhaltung sein“. Um das Infektionsgeschehen zum Erliegen zu bringen, sei bereits eine Durchimpfungsrate von zwei Dritteln ausreichend, sagt Spahn. „So viele Bürgerinnen und Bürger müssen wir überzeugen, sich impfen zu lassen."

Grund zur Hoffnung geben am gleichen Tag die Unternehmen Pfizer und BioNtech. Ihr gemeinsamer Impfstoffkandidat befindet sich derzeit in der Phase-3-Studie und weise nach Informationen der beiden Firmen in der ersten Zwischenanalyse eine „Wirksamkeitsrate von über 90 Prozent“ auf.


Zum Weiterlesen

Das gemeinsame Positionspapier finden Sie hier.

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