Design-Elememt

21. Dezember 2018

Was steht im Beipackzettel?

 
Lang, kleingedruckt, unübersichtlich – manche Packungsbeilagen von Medikamenten sind nicht gerade lesefreundlich. Und doch sind sie unverzichtbar, denn sie enthalten wichtige Informationen über die richtige Anwendung eines Arzneimittels. Die nachfolgende Übersetzungshilfe soll Sie dabei unterstützen, die Texte besser zu verstehen.

(© VFA/Hartwig Klappert)
Pharma-Hersteller haben wenig Spielraum, wenn es um die Gestaltung der Gebrauchsinformationen ihrer Medikamente – auch Packungsbeilage oder Beipackzettel genannt – geht: Das Arzneimittelgesetz (AMG) gibt in Paragraf 11 im Detail vor, wie die Information für Patienten auszusehen hat.


Der Beipackzettel muss unter anderem in festgelegter Reihenfolge enthalten:

  1. den Namen des Arzneimittels und die Stoff- oder Indikationsgruppe
  2. die Anwendungsgebiete: Bei welchen Krankheiten darf das Medikament eingesetzt werden?
  3. Informationen, die vor der Einnahme des Arzneimittels bekannt sein müssen, zum Beispiel
    • Gegenanzeigen: Wann darf das Medikament nicht genommen werden?
    • Vorsichtsmaßnahmen: Darf der Anwender Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    • Wechselwirkungen: Gibt es Medikamente (oder Lebensmittel), die die Wirkung des Medikaments verstärken oder herabsetzen können?
  4. Anleitungen über die Dosierung und Art der Anwendung: Wann, wie und wie häufig* muss das Medikament eingenommen werden?
  5. eine Beschreibung der Nebenwirkungen**: Welche unerwünschten Wirkungen können beim Gebrauch des Arzneimittels wie häufig eintreten?
  6. einen Hinweis auf das auf der Verpackung angegebene Verfalldatum: Bis wann darf das Medikament verwendet werden?
  7. Name und die Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers
  8. das Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
Hinweis
Sollten Ihnen Zweifel darüber entstehen, auf welche Art und Weise oder wann Sie ein verschriebenes Arzneimittel einnehmen sollen, kontaktieren Sie bitte in jedem Fall Ihren Arzt oder Apotheker bezüglich Ihrer Zweifel. Auch im Falle möglicher Nebenwirkungen kontaktieren Sie bitte unbedingt Ihren behandelnden Arzt.


* Was bedeuten die Angaben zur Einnahme des Medikaments?
Angabe in der PackungsbeilageBedeutung
vor dem Essenmindestens eine halbe Stunde vor dem Essen
nach dem Essenbis spätestens eine Stunde nach dem Essen
auf nüchternen MagenSeit mindestens vier Stunden sollte man nichts gegessen haben (auch keinen Keks, kein Obst, keine Gummibärchen), man sollte auch nichts andere als Wasser oder ungesüßten Früchtetee getrunken haben, d. h. keine zuckerhaltigen (Limonade, Saft), fetthaltigen (Milch) oder Coffein-haltigen (Kaffee, Schwarztee, Cola) Getränke. Und man sollte nach der Einnahme mit dem Essen und Trinken noch mindestens eine halbe Stunde warten.
im Mund zergehen lassenTabletten möglichst nicht lutschen oder kauen; am besten in die Backentasche oder unter die Zunge legen
mit viel Flüssigkeit zu sich nehmenZur Einnahme mindestens ein Glas Wasser trinken. Nichts Heißes, Koffein- oder Alkoholhaltiges trinken! Heißgetränke können Tabletten und Kapseln schädigen.


** Was bedeuten die Fachausdrücke für Nebenwirkungen?
Fachausdruckübertragen bedeutet das
AgranulozytoseZerstörung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten) durch einige Medikamente
Anämiezu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig roter Blutfarbstoff im Blut; wird auch „Blutarmut“ genannt
Diabetes mellitusZuckerkrankheit
EnzephalopathieStörungen/Veränderungen im Gehirn
HyperthyreoseÜberfunktion der Schilddrüse
HypertonieHoher Blutdruck
Neutropeniezu wenige weiße Blutkörperchen, dadurch ist die Anfälligkeit für Infektionen erhöht
ObstipationVerstopfung
TachykardieBeschleunigter Herzschlag
Thrombozytopeniezu wenige Blutplättchen im Blut, dadurch ist eine Störung der Blutgerinnung möglich


Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen
HäufigkeitsangabeDie Nebenwirkung betrifftin Prozent ausgedrückt
sehr häufigmehr als 1 Behandelten von 10Bei mehr als 10 % der Behandelten ist die Nebenwirkung aufgetreten.
häufig1 bis 10 Behandelte von 100Bei 1 bis 10 % der Behandelten ist die Nebenwirkung aufgetreten.
gelegentlich1 bis 10 Behandelte von 1.000Bei 0,1 % bis 1 % der Behandelten ist die Nebenwirkung aufgetreten.
selten1 bis 10 Behandelte von 10.000Bei 0,01 % bis 0,1 % der Behandelten ist die Nebenwirkung aufgetreten.
sehr seltenweniger als 1 Behandelten von 10.000Bei weniger als 0,01 % der Behandelten ist die Nebenwirkung aufgetreten.
nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbarEs sind nur Einzelfälle bekannt, daraus kann die Häufigkeit des Auftretens nicht bestimmt werden.


Wer mehr wissen möchte:

Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Sind Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft gefährlich?", am 24.04.2019
weiterlesen

Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
weiterlesen