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Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V.: „Eine starke Gemeinschaft im Münsterland“

Morbus Parkinson ist eine Krankheit, die langsam voranschreitet und bestimmte Gehirnareale betrifft – bisher ist sie nicht heilbar. Um die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen zu verbessern und die Erkrankten so anzuleiten, das sie sich therapiegerecht verhalten, engagiert sich Reiner Krauße seit knapp zwei Jahrzehnten in der Parkinson-Selbsthilfe.

Reiner Krauße vom Verein Parkinson-Forum Kreis Steinfurt (rechts) zusammen mit Prof. Tobias Warnecke. Oberarzt und Facharzt für Neurologie am Universitätsklinikum Münster.Mit seiner Frau Margret gründet Krauße zunächst die Parkinson Regionalgruppe Kreis Steinfurt – Beratung und Veranstaltungsprogramm stoßen auf solch großes Interesse, dass die Gruppe kontinuierlich wächst. Im Dezember 2016 wandelt sich die Regionalgruppe dann zum eigenständigen Verein Parkinson-Forum Kreis Steinfurt um, dessen Vorstandsmitglieder demokratisch gewählt werden. Seit Mitte 2017 ist Krauße Vorsitzender des Vereins, dem aktuell über 360 Mitglieder angehören – neben den Parkinsonerkrankten auch Angehörige, Ärzte, Apotheker, Therapeuten, Politiker und private Förderer.

Persönliche Beratung im häuslichen Umfeld

Da jeder Patient eine individuelle Parkinsonsymptomatik und einen anderen Krankheitsverlauf hat, ist dem Vorstand die persönliche Beratung im häuslichen Umfeld des Betroffenen ein besonderes Anliegen, erzählt Krauße. Im Gespräch, bei dem auch ein Angehöriger anwesend sein sollte, werde beispielsweise der vom Neurologen erstellte Medikamentenplan mit den genauen Einnahmezeitpunkten durchgegangen. Für den behandelnden Neurologen ist es sehr wichtig, vom Patienten zu erfahren, wie es ihm zwischenzeitlich ergangen ist. Dem Patienten werde dazu geraten, ein Tagesprotokoll über Wirkungsschwankungen zu führen und es dem Neurologen beim nächsten Termin vorzulegen. Diese Informationen helfen laut Krauße dem Arzt unter anderem dabei, die medikamentöse Behandlung festzulegen, wodurch sowohl der Patient als auch die Angehörigen von einer verbesserten Lebensqualität profitieren.

Angebote fördern den Zusammenhalt untereinander

Für die Mitglieder des Vereins werden monatlich Vortragsveranstaltungen mit Parkinson erfahrenen Referenten durchgeführt, ebenso finden Besuche in Spezialkliniken und Krankenhäusern statt. Außerdem wird jährlich eine Feier im Sommer sowie im Advent ausgerichtet. Besonderes Highlight: Die seit 17 Jahren jährlich organisierte Vereinsreise fördere den Zusammenhalt untereinander und lasse neue Freundschaften entstehen. Ein zusätzliches Angebot ist der Gesprächskreis für Angehörige von Parkinsonpatienten, der von der Ergotherapeutin Heidrun Rüße geleitet wird. „Wer zu Hause seinen Angehörigen betreut, erlebt oftmals schwierige, belastende Situationen, die mit vielen Fragen verbunden sind und an den eigenen Kräften zehren“, weiß Krauße. Der Gesprächskreis biete Raum für persönliche Fragen und Erfahrungsaustausch und helfe, den Alltag besser zu bewältigen. Zudem besteht seit zwei Jahren der von Angelika Relt gegründete Parkinson-Stammtisch in Laer: Erkrankte und Angehörige treffen sich dort zum lebhaften Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Kooperation mit Parkinson Netzwerk Münsterland+

Seit September 2018 kooperiert der Verein mit dem Parkinson Netzwerk Münsterland+, hat sich an dessen Aufbau beteiligt und den interdisziplinären Austausch unterstützt. Reiner Krauße ist zusammen mit Dorothea Stauvermann, Angelika Relt, Hagen Libeau in die Arbeitskreise „Aufklärung und Edukation“ und „Angehörige“ eingebunden. Er hofft, dass es der Pharmaindustrie in Zukunft gelingt, ein Medikament zu entwickeln, das Parkinson heilt oder den Verlauf stoppt. Von der Politik fordert er, dass auch den Patientenvertretern im Gemeinsamen Bundesausschuss ein Stimmrecht eingeräumt wird.

Mehr Informationen Informationen finden Sie unter: https://www.parkinson-steinfurt.de/