Drucken

Leben mit erblichem Krebsrisiko

Opa ist an Krebs erkrankt. Zu einem geringen Prozentsatz wird die Krankheit an Kinder und Enkelkinder weitervererbt. Nämlich dann, wenn diese Träger der Genmutation sind. Mit einem Video macht die Selbsthilfegruppe Semi-Colon auf familiären Krebs aufmerksam.

Stillen ist ideal für Mutter und Kind: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in optimaler Qualität und Menge.„Lange haben wir für diesen Film Spenden gesammelt, jetzt ist er endlich fertig“, meint Heidi Lutter vom Vorstand der Familienhilfe Darmkrebs & Semi-Colon. Auf dem diesjährigen Patiententag am 23. März in Düsseldorf stellt sie ihn vor. Die Infoveranstaltung ist hochkarätig besetzt. Experten aus Medizin und Psychoonkologie berichten von den neuesten Trends in Diagnostik und Therapie. Dr. Kerstin Riehm vom Zentrum für Brust- und Eierstockkrebs in Köln zeigt neben dem großen Fortschritt vor allem auch auf, was Ärzte noch nicht wissen. „Ganz wichtig ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Die Patientin muss bestmöglich informiert sein, bevor sie mit uns zusammen eine Therapieentscheidung trifft.“ Ein Blick in die Leitlinien offenbart, dass auch Ärzte schnell an ihre Grenze kommen, weil „wir vieles nicht wissen“. Damit müsse man auch offen umgehen, sagt die Oberärztin. Umso wichtiger sei es, dass Patientinnen und Patienten sich an Studien beteiligen, die dabei helfen, Wissenslücken zu schließen.

Wenig Hilfestellungen

BRCA-Netzwerk: Krebs-Selbsthilfe für Erkrankte und GesundeDie Patientin Yvonne Binder berichtet, welche Erfahrungen sie im Gesundheitssystem gemacht hat. Sie ist Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen und deshalb immer wieder mit Fragen von anderen konfrontiert. Deshalb hat sie sich kurzerhand dazu entschlossen einen Blog (krebsblog.com) zu schreiben. Für junge Menschen mit Krebs – noch dazu vererbbar – gibt es nicht viele Hilfestellungen. „Ich bekam meine Diagnose mit 22. HNPCC hatte mir bis dahin nichts gesagt“, meint sie. Das Heriditäre Nicht Polypöse Kononkarzinom sollte ihr Leben verändern. Ein Gendefekt, der auch „schlummern“ kann und sich noch nicht bemerkbar macht. Dann spricht man vom gesunden Anlagenträger.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Gentest?

Eine Krebserkrankung bedeutet immer Veränderungen für die ganze Familie. Doch bei vererbbaren Krebserkrankungen kommt das Thema den Angehörigen noch viel näher. Wie viele Parallelen es zu anderen vererbbaren Krebsarten gibt, zeigt der Vortrag von Dr. Stefanie Houwaart vom BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e.V. Die Biologin hat als Kind erst ihre Oma und dann ihre Mutter an Brustkrebs erkranken sehen. „Mir war schon früh klar, dass ich später auch betroffen sein kann“, sagt sie. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Gentest? „Darauf gibt es keine einheitliche Antwort. Das ist individuell sehr unterschiedlich“, sagt sie. An der eigenen Familiengeschichte lässt sich aber auch gut der medizinische Fortschritt ablesen. Houwaart: Operationstechniken und Therapieansätze haben sich sehr weiterentwickelt.

Weitere Informationen sind hier zu finden: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/genetisch-bedingter-krebs.html

Hier geht es zum Video: „Bei der Notarin“
https://www.youtube.com/watch?v=1yKaV_H3hhU&feature=youtu.be

Hier geht es zum Video „Familiensache Krebs: Unser Risiko. Mein Weg.“
https://www.youtube.com/watch?v=32F8jQFbIH8