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Bedarfsplanung

Die Bedarfsplanung regelt, wo sich welcher Arzt niederlassen kann. Denn Ärzte oder Psychotherapeuten, die gesetzlich versicherte Patienten ambulant behandeln möchten, benötigen einen freien Arztsitz. Wie viele es davon in einer Region gibt, regelt die Bedarfsplanung. Grundlage der Berechnung ist die Einwohnerzahl und die Altersstruktur einer bestimmten Region. Dabei werden vier verschiedene Versorgungsebenen unterschieden: Die hausärztliche Versorgung wird im Mittelbereich beplant, die allgemeine fachärztliche Versorgung in Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten, die spezialisierte fachärztliche Versorgung in Raumordnungsregionen und die gesonderte fachärztliche Versorgung in dem Gebiet der Kassenärztlichen Vereinigung.

Behandlungsfälle

Die gesamte Behandlung, die von derselben Arztpraxis innerhalb desselben Quartals an demselben Versicherten zulasten derselben Krankenkasse ambulant vorgenommen wird, gilt abrechnungstechnisch als ein Behandlungsfall. Der AOK-Bundesverband bringt es auf die Formel: „Ein Patient, ein Arzt, ein Quartal, eine Krankenkasse“. Ändert sich einer dieser Parameter, liegt ein neuer Behandlungsfall vor. Ein Behandlungsfall kann mehrere Krankheitsfälle umfassen. Umgekehrt kann ein Krankheitsfall, der zeitlich ein Kalendervierteljahr überschreitet, mehrere Behandlungsfälle veranlassen, erklärt der Kassenverband.

Behandlungsfehler

Unter einem Behandlungsfehler versteht man die nicht ordnungsgemäße, zum Beispiel nicht sorgfältige oder nicht den anerkannten medizinischen Standards entsprechende Behandlung durch einen Arzt. Ein Behandlungsfehler kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit betreffen und einen medizinischen oder organisatorischen Ursprung haben. Das Patientenrechtegesetz verpflichtet Krankenkassen, Patienten bei Schadensersatzforderungen aufgrund von Behandlungsfehlern zu unterstützen (Lesen Sie dazu auch: Was besagt das Patientenrechtegesetz?). Bei Rechtsstreitigkeiten muss der Patient beweisen, dass der Gesundheitsschaden auf die fehlerhafte Behandlung des Arztes zurückzuführen ist. Lediglich bei einem groben Behandlungsfehler gilt eine vereinfachte Beweislast für Patienten.


Patientensicherheit Abwesenheit unerwünschter Ereignisse
Unerwünschtes Ereignis (engl.: adverse event): Ein schädliches Vorkommnis, das eher auf der Behandlung denn auf der Erkrankung beruht. Es kann vermeidbar oder unvermeidbar sein.
Vermeidbares unerwünschtes Ereignis (engl.: preventable adverse event): Ein unerwünschtes Vorkommnis, das vermeidbar ist.
Kritisches Ereignis (engl.: critical incident): Ein Ereignis, das zu einem unerwünschten Ereignis führen könnte oder dessen Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht
Fehler (engl.: error): Eine Handlung oder ein Unterlassen bei dem eine Abweichung vom Plan, ein falscher Plan oder kein Plan vorliegt. Ob daraus ein Schaden entsteht, ist für die Definition des Fehlers irrelevant.
Beinahe-Fehler (engl.: "near-miss") Ein Fehler, bei dem das Abweichverhalten rechtzeitig erkannt wird und so ein tatsächlicher Fehler vermieden wird. Als Beinahe-Fehler gilt jedes Vorkommnis, das unerwünschte Folgen hätte haben können, es im konkreten Fall jedoch nicht hatte und abgesehen vom Ergebnis (Outcome) von einem richtigen unerwünschten Ereignis nicht zu unterscheiden war
Schaden Schaden ist jeder gesundheitlicher Nachteil, den eine Person durch ein Ereignis erleidet
Beinahe-Schaden (engl.: near miss): Ein Fehler ohne Schaden, der zu einem Schaden hätte führen können

Beitragsbemessungsgrenze

Für die Bemessung des Beitrags zur Kranken- und Pflegeversicherung (genauso wie zur Renten- und Arbeitslosenversicherung) wird das Arbeitsentgelt berücksichtigt. Allerdings nicht voll, sondern nur bis zu einer festgesetzten Höhe. Der Teil des Einkommens, der über dieser Grenze liegt, wird nicht für die Berechnung des Beitrags herangezogen. Für das Jahr 2017 gilt für die Krankenversicherung: 4.350 Euro monatlich, für die Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt: 6.350 Euro monatlich (West) und 5.700 Euro monatlich (Ost). Stand: 07/2017

Benannte Stellen

Die sogenannten benannten Stellen sind unabhängige öffentliche oder private dritte Organisationen oder Unternehmen, die von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) dazu ernannt worden sind, Kontrollen bei den Herstellern von Medizinprodukten mit mittlerem oder hohem Risiko durchzuführen. Eine in einem Mitgliedstaat durchgeführte Kontrolle hat für die gesamte EU Gültigkeit. Es gibt etwa 80 benannte Stellen für Medizinprodukte in der Europäischen Union.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle Maßnahmen von Arbeitgebern, Angestellten und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz – so hat es die Luxemburger Deklaration des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung definiert. Dazu gehören die Arbeitsorganisation und -bedingungen zu verbessern, eine aktive Mitarbeiterbeteiligung zu fördern sowie die persönlichen Kompetenzen zu stäkren.
Laut dem Deutschen Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung haben viele Studien die Wirksamkeit und den Nutzen von gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb nachgewiesen:
  • BGF führt dazu, die krankheitsbedingte Abwesenheit zu verringern und damit den Krankenstand langfristig zu senken.
  • BGF steigert die Motivation der Mitarbeiter und verbessert das Arbeitsklima.
  • BGF führt zu einer höheren Wertschöpfung, indem sie zu einer besseren Qualität von Produkten und Dienstleistungen, zu mehr Innovation und Kreativität sowie zu einer gesteigerten Produktivität im Unternehmen beiträgt.
  • BGF ist zudem ein Image-Faktor, der das Ansehen und die Attraktivität eines Arbeitgebers erhöht.

Big Data

Big Data bezeichnet den Umgang mit großen, heterogenen und sich schnell verändernden Datenmengen. Die Menge der produzierten Daten in der Medizin wächst ungebrochen: Diagnoseverfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) tragen genauso dazu bei wie Versicherungen und öffentliche Einrichtungen oder auch die Kommunikation in sozialen Netzwerken.

Biologika, Biologicals

Unter einem Biologikum (engl. Bological) versteht man ein biotechnologisch hergestelltes Medikament, das auf eine „biologische“ Weise gezielt in körpereigene Funktionen und Mechanismen eingreift. Dadurch soll das weitere Fortschreiten von krankhaften Vorgängen im Körper verhindert werden. Es handelt sich um Eiweißstoffe, die mit sehr hohem technischen Aufwand und unter Einsatz modernster Entwicklungs- und Fertigungsmethoden hergestellt werden. Biologika sind nicht mit pflanzlichen Arzneimitteln oder anderen naturheilkundlichen Medikamenten zu verwechseln. Eingesetzt werden sie beispielsweise bei rheumatoider Arthritis: Die biotechnologisch hergestellten Kopien von körpereigenen entzündungshemmenden Stoffen bekämpfen bei vielen Patienten erfolgreich die Entzündungen.

Biomarker

Mit Biomarkern werden charakteristische biologische Merkmale bezeichnet, die auf bestimmte Prozesse im Körper hinweisen können und zudem objektiv messbar sind. Damit können sie frühzeitig einen Hinweis auf eine beginnende Immunreaktion geben und eine gezielte präventive Behandlung ermöglichen.

Biosimilars

Biosimilars sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Sie sind Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, deren Patent abgelaufen ist. Ihr Wirkstoff ist vergleichbar mit dem Wirkstoff des bereits zugelassenen biotechnologisch hergestellten Medikaments („Referenzprodukt“), aber nicht identisch. Biosimiliars werden mit lebenden Zellen hergestellt, ihre Produktion ist sehr aufwendig und unterliegt natürlichen Schwankungen. Das führt dazu, dass es zwischen den einzelnen Produktionschargen minimale Unterschiede geben kann. Deshalb sind auch das originale Biopharmazeutikum und das Nachahmerprodukt nie völlig identisch, sondern nur ähnlich (similar). Biosimilars müssen auf europäischer Ebene ein spezielles Zulassungsverfahren durchlaufen und dabei ihre Wirksamkeit und Sicherheit im Vergleich zum Referenzprodukt mit umfangreichen Daten belegen. Eingesetzt werden Biosimliars unter anderem zur Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose oder Diabetes.

Blogs

Der oder das Blog ist ein auf einer Webseite im Internet geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Das Wort stammt aus dem Englischen und ist eine Kreuzung aus „Web“ und „Log“ (Logbuch). Eine oder mehrere Personen, Blogger genannt, schreiben über ihre Erfahrungen, Erlebnisse oder Gedanken rund um das Thema, dem sich das Web-Tagebuch widmet. Einen Überblick über die meistgelesenen deutschen Blogs gibt beispielsweise die Seite www.deutscheblogcharts.de. Viele Blogs befassen sich auch mit den Themen Gesundheit und Krankheit. Häufig sind sie von Betroffen verfasst, teilweise auch von Ärzten, Verbänden oder der Pharma-Industrie.
Terminhinweise

Permanent aktualisierte Ankündigungen von Veranstaltungen, die für Patienten relevant sind.

zum Beispiel: "Gesundheit und Krankheit im transkulturellen Kontext", am 18.12.2018 in Köln
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Digitorial

Literaturtipps
Cover Das ist Krebs

"Das ist Krebs. Ein Buch für Kinder über die Krankheit Krebs" von Esther Tulodetzki
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